Gott ist für mich ansprechbar. Er ist nicht ein kaltes Konzept oder eine abstrakte Idee als Antwort auf die Sinnleere menschlicher Daseinsformen. Er wird für uns Menschen verständlich durch die Gleichnisse, ganz besonders prägnant und anschaulich in dem vom verlorenen Sohn. Und er spricht uns in diesen Kernstücken der christlichen Botschaft an, wie in meiner Lieblingsgeschichte, dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Das führt uns zur Nachdenklichkeit und zur Rückbesinnung im Strudel des Alltags.
Gott gewährt uns die Freiheit des Glaubens, die sich in Frankfurt am Main zum Beispiel im multikonfessionellen Leben zeigt. Freiheit und Verantwortung gehören zusammen. Deshalb sind wir Christen aufgerufen, in Toleranz das zu leben, woran wir glauben: uns um unsere Mitmenschen zu kümmern, inspiriert durch den Gott der Liebe.
Gott hat uns einen Geist des Mutes und nicht der Verzagtheit gegeben. Das ist kein billiger Zweckoptimismus, sondern bildet die Grundlage für ein sinnerfülltes Leben. Dazu sind wir Menschen in einer personalen Beziehung zu Gott aufgerufen.
Petra Roth, Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main und Präsidentin des Deutschen Städtetages
|