Was sagt mir 'Gott'?
Werte und Grundhaltungen
Gesellschaft braucht aus meiner Sicht einen ethischen Minimalkonsens. In vielen Teilen der Weltbevölkerung wird eine solche gemeinsame ethische Grundlage durch Glaubensgemeinschaften hergestellt, meist durch die Konzentration auf einen Gottesglauben. Als Oberbürgermeisterin einer Stadt, die durch Glaubenskriege schlimmste Verwüstungen erlebte und einer Stadt, die heute mit fünfzehn Prozent einen hohen Ausländeranteil unterschiedlichen Glaubens hat, ist mir Toleranz besonders wichtig. Dazu gehört, daß das Zusammenleben vieler Nationalitäten, nicht nur in Heidelberg, auf gemeinsamen Grundwerten und damit gleichen Rechten basiert.
Dies gilt nicht nur für Menschen aus anderen Ländern der Welt, sondern auch für all diejenigen, die aus unterschiedlichen Gründen schwächer sind als andere. Ob Kinder, ob alte oder kranke Menschen - alle brauchen sie Hilfe und Unterstützung, deren Wurzel im gesellschaftlich ethischen Konsens liegen. Sich diesem Engagement anzunehmen, es zu fördern und dafür zu werben, verstehe ich als zentrale Aufgabe von Politik und Verwaltung - gerade auf kommunaler Ebene.
Ob nun der Gott der Christen, der Gott des Islam oder Naturgottheiten im Zentrum einer Religion stehen - wichtig ist, daß die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, die eine Religionsgemeinschaft sein kann, die Menschen zu emotionaler und aktiver Teilhabe motiviert und das Zusammenleben so menschlich und herzlich werden läßt.
Die großen Katastrophen der letzten Jahre, der 11.September 2001 oder der Ausbruch des Irak-Krieges, zeigen eines sehr deutlich: In diesen Situationen erinnern sich die Menschen, ob einer Religion aktiv zugehörig oder nicht, an die stärkende Wirkung des Gebets und die sinnstiftenden Worte der Kirchen. Allerdings machen sie auch deutlich, daß es verheerende Folgen haben kann, wenn Menschen sich auf „ihren" Gott berufen, um gegen andere zu kämpfen.
Unsere Gesellschaft braucht die Religionen und die Kirchen, denn wir brauchen die Orientierung an Werten und Grundhaltungen. Insofern ist der Glaube an Gott nicht nur Selbstzweck, sondern wesentlich für ein soziales und friedliches Miteinander in unserer Welt.

Beate Weber, Oberbürgermeisterin von Heidelberg
Beate Weber
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Beate Weber

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