Was sagt mir 'Gott'?
Getragensein
Der Begriff „Gott" kommt in heutigen naturwissenschaftlichen Publikationen nicht mehr vor. Seit zwei Jahrhunderten umgehen die Naturwissenschaften nicht-konsensfähige metaphysische Fragen und schreiten ihrer ungeachtet stürmisch voran. Und doch sind Gott, das Göttliche oder die Transzendenz nicht einfach von der Bildfläche verschwunden wie viele andere alte Begriffe.
Bedeutung erhält „Gott" heute, wie auch schon zu biblischen Zeiten, im Erfahrungshorizont der persönlichen Existenz. Solche Erfahrungen liegen außerhalb des Rahmens der objektiven Wissenschaft, sind aber lebenswichtig. Für mich deutet „Gott" auf eine wichtige Dimension im Leben: das Getragensein, was immer kommen mag. Diese Dimension ist auf die Zukunft ausgerichtet, stützt sich aber auf Erfahrungen aus der Vergangenheit, eigene und tradierte. Sie ist objektiv nicht faßbar und zerrinnt mir immer wieder zwischen den Fingern.
Ich sehe Analogien zwischen der Dynamik des Lebens und des Universums. Wir begreifen heute das Universum als ein sich entwickelndes System. Aus einem ungeordneten Anfang heraus hat sich alles im Laufe der Zeit herausgebildet und wird wieder vergehen. Die existentielle Erfahrung in der Dynamik des Lebens läßt mich auch in der kosmischen Dynamik und Geschichte eine Qualität erahnen, die an Gnade und Liebe erinnert. Diese alten metaphorischen Bezeichnungen für elementare christliche Werte können sich nicht mit den gängigen naturwissenschaftlichen Begriffen decken, weil sie sich auf Wahrnehmungen existentieller Art berufen. Auf dieser anderen Wahrnehmungsebene bekommt das Universum eine Deutung, die Anlaß zu Hoffnung ist: Ich zähle auf den Schöpfergott.

Arnold Benz, geboren 1945, Professor für Astrophysik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich; Forschungsschwerpunkte: Sonnenphysik, Sternentstehung und Hochenergie-Astrophysik. Neben seiner fachlichen Tätigkeit hat er sich mit religiösen Fragen im Rahmen des heutigen Weltbilds auseinandergesetzt; zuletzt erschienen „Würfelt Gott? Ein außerirdisches Gespräch zwischen Physik und Theologie" (2000) und „Die Zukunft des Universums: Zufall, Chaos, Gott?" (2001).
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