Was sagt mir 'Gott'?
Ganz reißt unsere Verbindung nie ab
Als ich per E-mail versprach, mitzumachen bei „Was sagt mir ,Gott'", schien mir die Einlösung des Versprechens einfach. Als ich anfing, merkte ich, daß ich etwas Unmögliches versprochen hatte. Über, von Gott kann ich nicht sprechen. Gott - wer hat dieses „Wort" erfunden? Zum ersten Mal gedacht? Unglaubhaft.
Gott ist (für mich) ein Vokativ.
Etwas anderes ist es mit diesem Jeshua, dem Zimmermann aus Nazareth. Diese Geschichten, die über ihn erzählt werden! Gestern las ich wiedermal das Evangelium von der Stillung des Seesturms.
Da setzt er mit seinem Team gerade nach Kapharnaum über, und das Gespräch nervt ihn wirklich. „Habt ihr das immer noch nicht kapiert? Wieviel Brotstücke habt ihr eingesammelt, nachdem 5000 sich schon mal sattgegessen hatten?!"
Ich mußte heimlich lachen. Wirklich, so sind wir. 42 Jahre haben wir das Nationale Lepraprogramm bezahlt, ohne gesicherte Einkünfte. Jetzt sind wir in einer akuten Finanzkrise, die haben wir auch früher schon gehabt, und immer wieder hat er uns einen Weg eröffnet...
„Ihr Kleingläubigen. Warum habt ihr gezweifelt?"
Was für eine Frage! Die Wellen schlagen schon über den Bootsrand, wir können das Wasser gar nicht so rasch wieder rausschöpfen! Was erwartet er eigentlich von uns?!
Alles.
Den Rest tut er dann selbst.
Soweit.
Und dann plötzlich schlägt es durch, das Fremde, Unverständliche, das total Unbegreifliche. Plötzlich schlägt es durch, daß er die Offenbarung dessen ist, den man nicht einmal denken und kaum anrufen kann.
Dann - was bleibt mir anderes übrig? - kann ich nur sagen: Ich habe die Welt nicht erfunden und mich nicht erfunden, und ich habe unsere Liebe nicht erfunden. Du hast das alles angefangen.
Und dann kann ich nur warten.
Gestern abend, nach 22 Uhr, noch einmal ein Anruf. Ich habe keinen Bereitschaftsdienst heute, es war ein anstrengender Tag, also noch einmal in den Kittel? Ich hole tief Luft und sage: „Ich komme". Ein junges Mädchen ist für Lösegeld entführt worden.Nicht das erste Mal, daß wir in solch einen Fall verwickelt werden. Ich bestelle die verzweifelte Mutter morgen früh ein. Dann können wir einen Rechtsanwalt um Rat fragen. „Nein, versuchen Sie, heute noch ein bißchen zu schlafen, morgen kümmern wir uns darum, bis wir eine Lösung gefunden haben." Sie schenkt mir ein schüchternes Lächeln. „Ich wußte es", sagt sie. „Sie haben es früher auch getan".
Nein, da bin ich wirklich gut dran. Ganz reißt unsere Verbindung eben nie ab . . .

Ruth Pfau, Dr.med., geb. 1929, ging 1960 nach Karachi, wo sie die Lepraarbeit begann. 1979 Ernennung der Ärztin und katholischen Ordensfrau zur nationalen Beraterin für das Lepra- und TB-Kontrollprogramm für ganz Pakistan im Rang einer Staatssekretärin. 1981 ging sie erstmals illegal nach Afghanistan und baute im afghanischen Untergrund einen Gesundheitsdienst auf. Wichtige internationale Aufgaben im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation. Unter ihren zahlreichen Auszeichnungen u. a. „Hilal-i-Pakistani", der höchste pakistanische Orden, und der Magsaysay-Award, der „asiatische Nobelpreis" Soeben erhielt sie die Goldmedaille des Albert-Schweitzer-Preises 2004.
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