69. JAHRGANG 2017WWW.CHRIST-IN-DER-GEGENWART.DEFREIBURG, 28. Mai 2017

Kommentar: Mission & Medizin
Von der CIG-Redaktion
Ebola beherrscht die Schlagzeilen, obwohl Experten versichern, dass unserer Weltgegend kein Übergreifen drohe. Bei fachmännischem Umgang mit der Krankheit liege das Übertragungsrisiko bei null. Umso mehr verwundert, warum sich ausgerechnet ärztliche Spezialisten und bestausgebildete Pflegende mit dem gefährlichen Erreger angesteckt haben, bereits mehr als 240. Alles nur Beschwichtigungsrhetorik? Die per Flugzeug globalisierte Beziehungskultur hat die Übertragungswege erweitert.

Dennoch sind bisher erstaunlich „wenige“ Personen ums Leben gekommen, gemessen an den Toten jeder Grippesaison. Der deutsche Straßenverkehr fordert jedes Jahr weitaus mehr Opfer. Nur zeigt sich erneut, wie sehr Afrika, das Jahrzehnte nach der Entkolonialisierung doch den Afrikanern gehört, überfordert ist. Weiter hängt es vom medizinischen Wissen, ärztlichen Können und pharmakologischen Forschen auf der Nordhalbkugel ab. Wieder kommen von dort die qualifizierten Helfer, darunter Ordensfrauen, Missionsärzte und Priester, die trotz des enormen persönlichen Risikos ihren Dienst tun. Über 120 der christlich-humanistisch motivierten Fachleute sind an Ebola gestorben. Wenige wurden geheilt, vermutlich aufgrund eines wiederum im „bösen“ Westen entwickelten Medikaments.

Die wirksamste Hilfe jedenfalls leisten Menschen aus ursprünglich christlich inspirierten Gesellschaften. Missionsärztlicher Forschungs- und Erkenntnisdrang sowie ein heute vielgescholtenes „paternalistisches“ Sendungsbewusstsein haben die moderne Medizin progressiv entwickelt. Die jetzige Mission gegen Ebola gründet historisch auch auf der einstigen christlichen Mission in und für Afrika. Schon damals klärten ausländische Missionsärzte und Missionsschwestern die Einheimischen über Hygiene auf und versuchten, das ungebildete Volk von magisch-animistischem Krankheits-Aberglauben zu befreien - im Geist des Arztes Christus, des Heilands der „Aussätzigen“. Bedeutende Tropenin­stitute gingen aus missionsärztlichen Einrichtungen hervor. Viele Tropenkrankheiten konnten aufgrund der missionsmedizinischen Erfahrungen diagnostiziert und behandelt werden. In billiger Polemik wird die Mission Afrikas immer noch als „Kolonialismus“ gebrandmarkt. Die entsprechenden Ideologen und Unabhängigkeitshelden plustern sich gegen die Kirche auf, während sie und ihre Nachkommen total unfähig sind, wenn es ernst wird - wie jetzt bei Ebola. Die grausame Epidemie könnte Anlass sein, der erfolgreichen Verbindung von Mission und Medizin seit frühester Zeit zu gedenken und den missionsärztlichen christlichen Pionieren der modernen Medizin zu danken für ihren uneigennützigen, risikoreichen, engagierten Dienst an einer armen, kranken, unaufgeklärten Menschheit.


CIG35/2014


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