69. JAHRGANG 2017WWW.CHRIST-IN-DER-GEGENWART.DEFREIBURG, 30. Juli 2017

Kommentar: Die Schande
Von der CIG-Redaktion
Appelle, Talkshows, Gebete des Papstes: Alle fordern, dem grausamen Ertrinken von Flüchtlingen im Mittelmeer Einhalt zu gebieten. Die Empörung ist grenzenlos, ebenso die Ratlosigkeit. Die Grenzen des Tragischen aber bleiben. Argumente und Gegenargumente sind ausgetauscht. Alle haben Recht. Man könnte die Marine zur Rettung Schiffbrüchiger schicken. Solche „Sicherheit“ würde aber wohl noch mehr Fluchtwillige anlocken, die Schleppermafia noch skrupelloser machen. Europa könnte mehr Zuwandernde finanziell versorgen, die soziale wie kulturelle Integrationsfähigkeit der Kommunen ist jedoch oft bereits erschöpft. Bisher schon finden Familien, die unter dem Mietwucher leiden, keinen angemessenen Wohnraum. Soll man die Flüchtlinge im entleerten Ostdeutschland, etwa in Hochhausburgen von Halle-Neustadt, ansiedeln und so Gettos schaffen für noch mehr Fremdenfeindlichkeit?

Wer ist schuld am Elend der Welt? Ist es eine Schande der Europäer? Oder eher eine Schande der Kriegstreiber und Waffenproduzenten, die mit Ideologien und Mord die Welt überschwemmen? Und was ist mit der Schande der korrupten Eliten der Herkunftsländer, denen es egal ist, wie ihre Völker dahinvegetieren oder zugrunde gehen? Die Superreichen über den Armen schaffen ihr Geld schneller nach Europa, als ihre Staatsbürger ins gelobte kapitalistische Land gelangen können. Mehr Entwicklungshilfe für Bildung wird gefordert. Seit einem Jahrhundert gibt es die, ob durch kirchliche Missionen, staatliche Transfers oder unabhängige Werke. War alles umsonst? Zugleich werben wir Fachleute aus Übersee ab. Warum sorgen Regierende und Unternehmende jenseits des Mittelmeeres nicht für qualifizierte Arbeitsplätze bei sich?

Über ein schweres Entwicklungshemmnis spricht man nicht: den Radikalislam. Sein dschihadistischer Eroberungsfeldzug hat ganze Erdregionen ins Verderben gestürzt, gigantische Flüchtlingsströme verursacht. An der Schande des Islam haben die superreichen Muslim-Herrscher über das Öl Anteil. Wegen der Rohstoff-Grenzen legen sie ihr Kapital lieber in deutschen Autokonzernen an als in palästinensischen Flüchtlingslagern oder zum Aufbau von Industrie, Handwerk und Landwirtschaft unter armen Glaubensgenossen. Das Geld jener Protzkönige, Protzprinzen und Waffenhändler schwimmt höher als die Wellen des Mittelmeeres. Sie kommen zum Shoppen, Urlauben, zur Gesundheitsbehandlung überall hin, in die besten Hotels, Kliniken und Wellness-Tempel der Nordhalbkugel, im Tross ihre verschleierten Frauen. Eine Schande für Europa? Oder für wen noch? Auch wenn niemand Rat weiß: Die Rettung Ertrinkender ist Christenpflicht, ein Werk der Barmherzigkeit Christi, unabhängig von Politik, ohne Wenn und Aber.

CIG 17/2015


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