69. JAHRGANG 2017WWW.CHRIST-IN-DER-GEGENWART.DEFREIBURG, 25. Juni 2017

Kommentar: Lebensweitergabe
Von der CIG-Redaktion
Adam nannte seine Frau Eva (Leben), denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.“ Auch ohne biblische Mythologie ist die Ehe als weltlich Ding ein heilig Ding - durch lange Epochen der Homo-sapiens-Geschichte, sämtliche Kulturen, Glaubens- und Nichtglaubenswege. Nichts wird universal derart fröhlich gefeiert wie die Hochzeit, das Fest aller Feste, die öffentliche Besiegelung der Liebe und Treue von Mann und Frau zur Weitergabe des Lebens. Die Ehe - von der Polygamie zur Monogamie - ist die bedeutendste institutionelle „Erfindung“ der Geistesevolution zur Zivilisierung der Menschheit, zur Kultivierung der sexuellen Natur, der geschlechtlichen Vermehrung, wie es die Biologie zum Erhalt der Gattung vorsieht.

Über die Ehe - und nicht über eine Deutsche Bank oder Samenbank - werden Sippen, Stämme, Völker, Gesellschaften in ihrer Existenz gesichert. In ehelicher Verbindlichkeit, in verantworteter Elternschaft sorgen Vater und Mutter für die Zukunft des Gemeinwesens und die Stabilität des Nachwuchses durch Fortpflanzung, Erziehung, Fürsorge und Begleitung der Kinder ins Erwachsensein. Beistand, Freude und Sorgen ein Leben lang: Elternschaft endet nie. Der eheliche Selbstverwirklichungsprozess ist immer auch ein Aufopferungsprozess, den niemand sonst nachempfinden kann. Nichts lässt sich mit der qualitativ einzigartigen, politisch und kulturell institutionalisierten Ehe vergleichen, wenn es auch darunter viele private sexuelle Liebeslustbeziehungen gibt. Nur die Ehe ist Ehe.

Manche Sprachverwirrung hat da die Wahrnehmung getrübt. Doch sollte man sich gegen Verblendungszusammenhänge den Verstand bewahren, mit klaren Begriffen die Welt des Verschiedenen zu unterscheiden. Trotz des kollektiven Denkzwangs politischer Korrektheit haben sich die Leute das Gespür für das Besondere der Ehe bewahrt. Medial aufgeregt erwartet „die ganze Welt“ spannungsvoll, welcher Thronfolger welche Prinzessin ehelicht und wann sich deren Bäuchlein wölbt. Das erste Bild königlicher Babys beherrscht die Schlagzeilen, wie nach jeder Geburt die Eltern stolz den neuen Erdenbürger als ihren Prinzen, ihre Prinzessin präsentieren, über Facebook ebenfalls „der ganzen Welt“: Freude und Hoffnung gegen die Sterblichkeit.

Ehepaare, die unfruchtbar bleiben, obwohl sie sich nach Kindern sehnen und dafür leidvolle Prozeduren unternehmen, suchen das Glück des Lebens auf andere fürsorgliche Weise, aber mit derselben ehelichen Würde. Die Ehe bleibt bei aller Unvollkommenheit, Schwäche und Sündigkeit unseres sexuellen Liebes-Beziehungsdaseins die naturale wie kulturelle Grundkonstante der Existenz. Es gibt - vor Gott - in der Schöpfung nichts Heiligeres als dieses fruchtbar Weltliche. Und das ist auch gut so.

CIG 24/2015


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