69. JAHRGANG 2017WWW.CHRIST-IN-DER-GEGENWART.DEFREIBURG, 26. März 2017

Kommentar: Zwei Seiten
Von der CIG-Redaktion
Dass es - wie in Köln - zu sexuellen Übergriffen gegen Frauen kommen könnte, wenn Hunderttausende junger Männer in der sexuell begehrlichsten Lebensphase solo einwandern und solo bleiben, muss niemanden verwundern. Männer-Rudelbildung ist auch anderswo nichts Ungewöhnliches, wie etwa die Fußball-Hooligan-Szene beweist. Historische Parallelen, allerdings weitaus brutaler, gab es bei der männlichen „katholischen“ Expansion von Spanien und Portugal nach Südamerika, mit Exzessen gegen indianische Ureinwohnerinnen. Die Trieb-Problematik ist nicht erst seitdem hinlänglich bekannt.

Naiv wäre es anzunehmen, dass sich das Frauenbild des islamisch-arabischen Kulturkreises über Nacht - bei Migration - ändern würde. Gerade in Köln kann man ganzkörperverschleierte Frauen zahlreich sehen. Allerdings wirft das Frauenbild ein Licht auf das Männerbild. Dieses ist von männlichem Misstrauen gegen die Geschlechtsgenossen dominiert. Deshalb müssen Musliminnen ihre Weiblichkeit möglichst rundum verschleiern, weil die Männer bei den Nebenmännern stets das Schlimmste fürchten. Das Frauenproblem der islamisch-arabischen Welt ist in Wahrheit ein Männerproblem, das sich in Köln unter Alkoholeinfluss eruptiv entladen hat.

Das ist nur eine Seite. Die andere ist das Image größter sexueller Freizügigkeit von Männern und Frauen, das unsere Kultur ständig präsentiert - nicht nur in Kölns Karnevalshit „Viva Colonia“, der neben dem „Multikulturellen“ als Lebensstil anpreist: „Mir sin en jeder Hinsicht aktuell - auch sexuell.“ Dass es in deutschen Landen mit der sexuellen Treue nicht ernstgenommen wird, zelebrieren die Medien Tag für Tag, von Fernseh-Seifenopern bis zum Illustrierten-Blätterwald. Die „Bild-Zeitung“, die sich über die üblen Geschehnisse besonders echauffiert hat, tut sich seit jeher hervor als Verkündigungsorgan der neuesten Treulosigkeiten und Schamlosigkeiten der gesellschaftlichen „Vorbilder“ aus Unterhaltungs-Schickeria wie Polit-Prominenz - eine Quasi-Einladung, es ihnen gleichzutun, weil es angeblich „alle“ tun? Was sollen Männer aus der Fremde über Frauentrupps, die über die berühmteste Sexmeile der Welt - die Reeperbahn - ziehen, anderes denken als genau das, was sie in solchen Kontexten denken? Absurder, dümmer geht es kaum, wenn eine sogenannte Aktionskünstlerin vor dem Kölner Dom splitterfasernackt posiert, um gegen sexuelle Belästigung zu protestieren. Genau vor dem Dom, in dem am hochheiligen Weihnachtsfest 2013 eine Barbusige auf den Altar gesprungen war, um vor bestellten willfährigen medialen Vollstreckern zu verkünden „Ich bin Gott“. Ist Deutschland Köln? Oder Köln Deutschland? Vielleicht denken die Deutschen männlich/weiblich auch über die zweite Seite des Problems einmal nach.

3/2016


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