69. JAHRGANG 2017WWW.CHRIST-IN-DER-GEGENWART.DEFREIBURG, 26. März 2017

Oster-Solidarität
Von der CIG-Redaktion
Die Auferstehung Jesu Christi meint nicht nur eine individuelle Erlösung des „Rette deine Seele!“ Ostern hat ebenso eine befreiungstheologisch-politische Botschaft voller Freude und Hoffnung gegen die Todesmächte. Das Reich Gottes beginnt im präsentischen Christus, der versprochen hat, bei uns zu sein alle Tage bis ans Ende der Welt, schon hier und jetzt. Statt sich an frommen Liturgien und Geschichten österlich nur selbstgenügsam zu erbauen, sollten die Christen im - noch - christlichen Abendland mit ihren Hirten auf eine konkrete Ostertat der Solidarität drängen: für die verfolgten, geflohenen orientalischen Glaubensgeschwister. Diese werden im Nahen und Mittleren Osten infolge der katastrophalen Interventionspolitik der „christlichen“ USA und ihrer Alliierten als natürliche Verbündete der „Kreuzzügler“ und damit als „Verräter“ betrachtet. Es ist unsere demokratische Pflicht als Christen und Bürger, Verantwortung für die falsche westliche Politik zu übernehmen und die schrecklichen Folgen für die Christen des Orients wenigstens abzumildern. Diese sind aktiv aus der Flüchtlingsnot herauszuholen. Ihnen sollten wir bei uns bevorzugt Heimat geben, solange sie es wollen, bis sich die dschihadistische Gewalt legt und ein Wiederaufbau möglich wird.

Warum sind christliche Politiker, der organisierte Laienkatholizismus und die evangelische Kirchentagsbewegung, die viele Sozialappelle verbreiten und Papiere verfassen, dermaßen träge, statt mit einer aufsehenerregenden ökumenischen Aktion Öffentlichkeit für solche Flüchtlingshilfe herzustellen - zum Beispiel beim Leipziger Katholikentag - und mit medizinischen Einrichtungen wie Fluggesellschaften eine Initiative zu starten? Es gäbe in jenen Gremien genügend Fachkompetenz, um einmal eine echte Tat zu wagen. Die römische Basisgemeinschaft Sant’Egidio hat es vorgemacht, wenigstens Schwerstkranke nach Italien zu bringen. Es geht, wenn man nur will!

Es kann doch nicht sein, dass wir für die eigenen Glaubensgeschwister nichts Eigenes unternehmen, nur weil wir meinen, dass Solidarität grenzenlos sein müsse. In den strukturellen Grenzen einer begrenzten Welt ist das nie möglich. So wie die vorrangige Option für die Armen berechtigt ist, darf es eine vorrangige Option von Christen für Christen geben, die in doppelter Weise unter der Kriegslast leiden: einmal wie alle Bürger, zusätzlich aber, weil sie von Dschihadisten, von Muslim-Radikalen als Ungläubige verfolgt werden. Wieviel sind uns unser Glaube und das orientalische Glaubenszeugnis für den österlichen Christus wert? Ostern fordert uns als christliche Bürger Deutschlands, Österreichs, der Schweiz usw. heraus, österlich-befreiungstheologisch Farbe zu bekennen - Solidarität nicht nur durch Spenden, Worte und Gebete, sondern durch Werke.

13/2016


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