69. JAHRGANG 2017WWW.CHRIST-IN-DER-GEGENWART.DEFREIBURG, 13. August 2017

Religion hilft helfen
Von Amelie Tautor
Die Bibel verpflichtet Christen, sich für Notleidende einzusetzen. Ähnliche Gebote kennen auch Muslime. Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich gläubige Menschen stärker für Flüchtlinge engagieren als andere. In besonderem Maße tun dies Muslime.

Denkt man an Flüchtlingshilfe, haben viele Menschen den Sommer 2015 vor Augen, als sich Freiwillige am Münchner Hauptbahnhof um die neu ankommenden Migranten kümmerten. Noch immer engagieren sich viele Ehrenamtliche in der Arbeit mit Flüchtlingen, kümmern sich um Übersetzungen, den Kontakt mit Behörden, geben Sprachkurse und organisieren ein Freizeitprogramm für Kinder und Jugendliche. Diesem positiven Bild stehen Vorwürfe gegenüber, dass sich vor allem Muslime nicht um Flüchtlinge kümmerten, nicht einmal um ihre Glaubensgeschwister, und stattdessen in den Gemeinschaftsunterkünften für radikalislamische Strömungen würben. Die Bertelsmann-Stiftung hat nun versucht, den Zusammenhang von Religion und Engagement in der Flüchtlingshilfe näher zu beleuchten. Der Studie liegen die Daten aus dem Religionsmonitor zugrunde, bei dem die Stiftung mit repräsentativen Bevölkerungsumfragen die Rolle der Religion in europäischen Gesellschaften untersucht hat.

Bewährungsprobe

Sowohl das Christentum als auch der Islam - mehr Religionen führt die Studie nicht getrennt auf - kennen eine religiöse Verpflichtung, Menschen in Not zu helfen. Kirchengemeinden und Religionsgemeinschaften seien daher „traditionell wichtige Plattformen für ehrenamtliches Engagement. Sie verbinden eine religiöse Solidarethik, die etwa im christlichen Gebot der Nächstenliebe oder der Pflichtspende (zakat) als einer der fünf Säulen des Islam zum Ausdruck kommt mit einem individuellen Heilsversprechen und einer durch kollektive Rituale geeinten Gemeinschaft“, schreiben die beiden Autoren der Studie, der Religionswissenschaftler Alexander-Kenneth Nagel und die Soziologin und Islamwissenschaftlerin Yasemin El-Menouar. Daher liegt die Vermutung nahe, dass sich religiöse Menschen stärker ehrenamtlich engagieren als Konfessionslose, wie es auch viele andere Studien, etwa der sogenannte Freiwilligensurvey der evangelischen Kirche, nahelegen. Die Ergebnisse der Bertelsmann-Studie spiegeln dies aber nicht so deutlich wider. Im Umfragezeitraum engagierten sich knapp vierzig Prozent der Christen und dreißig Prozent der Muslime ehrenamtlich in einem beliebigen Bereich. Bei den Konfessionslosen - die die religiöse Pflicht zur Hilfe nicht haben- sind es auch knapp dreißig Prozent.

Anders sieht es aus, wenn man das Feld auf das Engagement für Geflüchtete einengt. Hier zeigt sich, dass sich prozentual, also gemessen an der Gesamtheit der jeweiligen Bevölkerungsgruppe, deutlich mehr Muslime für Flüchtlinge engagieren als Christen und Konfessionslose. Konkret wurde gefragt, wer sich in den vergangenen zwölf Monaten in der Flüchtlingshilfe beteiligt hat. Darunter fallen also auch jene Menschen, die nur einmal Sachspenden vorbeigebracht haben. Das gaben 21 Prozent der Christen und 17 Prozent der Konfessionslosen an, aber 44 Prozent der Muslime. Die veränderte Fragestellung erklärt die Unterschiede zu den vorher genannten Zahlen.

Leider unterscheidet die Studie nicht zwischen regelmäßigem Engagement und einmaliger Hilfe. Es wäre interessant, ob es bei den Religionen Unterschiede in der Dauer des Engagements gibt und ob bestimmte Menschen eher bloß spenden, als sich tatkräftig einzubringen. Warum sich Muslime deutlich stärker für Flüchtlinge engagieren als in anderen gesellschaftlichen Bereichen, bleibt ebenfalls offen. Die Autoren vermuten, dass die Unterstützung von Geflüchteten „auch als Ausdruck sozialer Erwünschtheit oder aber als Aneignung der gesellschaftlichen Erwartungen als eine Art ‚Bewährungsprobe‘ für die muslimische Zivilgesellschaft in Deutschland“ interpretiert wird. Denkbar sei außerdem, dass Muslime ein anderes Verständnis von Ehrenamt haben und etwa die religiös vorgeschriebene Pflichtabgabe, den zakat, nicht als freiwillig ansehen und daher auch nicht zum Ehrenamt zählen. Dann wäre das allgemeine Engagement der Muslime in Wirklichkeit höher, als es die Statistik andeutet.

Muslime werden gebraucht

In der Studie fällt auf, dass sich vor allem Muslime engagieren, die aus derselben Region stammen wie viele der Flüchtlinge. Von den islamischen Gläubigen, die aus dem Nahen Osten oder aus Südostasien kommen und schon länger in Deutschland leben, engagiert sich gut jeder Zweite. Bei den Türken sind es dagegen vierzig Prozent und bei den Südosteuropäern nur dreißig Prozent. Es sei denkbar, dass die gemeinsame Herkunftsregion „die Identifikation und individuelle Motivation stärkt, sich in der Flüchtlingshilfe zu beteiligen: Man hilft, weil man es kann und ganz offenkundig gebraucht wird“. Menschen, die die Kultur der Neuankömmlinge kennen und ihre Sprache sprechen, werden gezielt gesucht und entsprechend umworben.

Es scheint, so die Autoren, als habe die Gesellschaft jetzt erstmals Verwendung für die Fähigkeiten der Muslime, die schon länger in Deutschland leben. Ob sich Muslime engagieren, weil sie es für gesellschaftlich gefordert halten, weil sie sich mit ihren Glaubensgeschwistern identifizieren oder weil es ihre Religion vorschreibt, bleibt offen. Die Studie zeigt auch, dass es neben der geteilten Erfahrung, aus einem fremden Land nach Deutschland gekommen zu sein, einen weiteren kulturellen Bezugspunkt zu den Geflüchteten braucht - entweder die gemeinsame Herkunftsregion oder eben die Religion. Eine klare Antwort auf die Motive der Ehrenamtlichen gibt es nicht.

Den Zusammenhang von Glauben und Ehrenamt haben Religionssoziologen immer wieder betont. Auch die Studie geht davon aus, „dass Religionsgemeinschaften über ihre kultische Bedeutung hinaus gerade für Menschen mit Migrationshintergrund wichtige Plattformen sozialer und politischer Mobilisierung darstellen“. Daher liegt der Gedanke nahe, dass Menschen, die sich zu einer Kirchen- oder Moscheegemeinde zugehörig fühlen, stärker ehrenamtlich aktiv sind. Bei den Muslimen lässt sich dieser Zusammenhang - wenn er auch schwach ist - nachweisen. Je häufiger Muslime zum Freitagsgebet gehen, desto eher sind sie in der Flüchtlingshilfe tätig. Mehr als die Hälfte der Muslime, die jede Woche am Freitagsgebet teilnehmen, sind aktiv, aber auch vierzig Prozent der Muslime, die nie in die Moschee gehen.

Bei den Christen ist dieser Zusammenhang noch schwächer. Gläubige, die ein bis drei Mal im Monat den Gottesdienst besuchen, sind eher aktiv als solche, die selten oder nie kommen. Christen, die jede Woche in den Gottesdienst gehen, sind zwar aktiver als diejenigen, die nie gehen, aber weniger aktiv als diejenigen, die ein bis drei Mal gehen. Damit spielt der Gottesdienstbesuch nur eine geringe Rolle für das Ehrenamt.

Deutlicher ist der Zusammenhang von Ehrenamt und Bindung an die jeweilige Gemeinde. Bei beiden Religionen zeigt sich: Wer seine Gemeinde häufiger besucht, ist eher bereit, sich auch für Flüchtlinge zu engagieren. 72 Prozent der Muslime und vierzig Prozent der Christen, die mehrmals pro Woche in ihrer Gemeinde sind, sind in der Flüchtlingshilfe aktiv. Bei denjenigen, die nie dort sind, sind es nur vierzig Prozent der Muslime und siebzehn Prozent der Christen. Denkbar wäre, dass Menschen, die häufiger in ihrer Gemeinde sind, also dort schon ein Ehrenamt haben, eher ein zweites Ehrenamt übernehmen als Menschen, die sich noch gar nicht engagieren. Die Grundtendenz bleibt jedoch wie vermutet: Wer gläubig ist und sich in seiner Gemeinde engagiert, übernimmt eher auch ein Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe.

Den im Vergleich zu den Christen höheren Anteil an Muslimen, die sich ohne Gemeindebindung engagieren, erklärt die Studie mit institutionellen Gründen. Viele Flüchtlingsunterkünfte arbeiten mit christlichen Organisationen zusammen, deutlich weniger mit muslimischen. Bei den Christen scheint die Gemeinde daher als Eintrittskarte ins Engagement für Flüchtlinge zu dienen. Bei den Muslimen hat die Anbindung an eine Gemeinde dagegen keine so starke Auswirkung.

Minderheiten besonders stark

Innerhalb der Religionen zeigen sich beim Engagement für Flüchtlinge konfessionelle Unterschiede. Getrennt aufgeschlüsselt werden in der Studie Sunniten, Schiiten, Anhänger der Ahmadiyya und Aleviten sowie Katholiken, Evangelische, Angehörige evangelischer Freikirchen und Orthodoxe. Prozentual am häufigsten in der Flüchtlingshilfe aktiv sind die Ahmadiyya (79 Prozent) gefolgt von den Aleviten (50 Prozent) und den Angehörigen evangelischer Freikirchen (47 Prozent). Schiiten und Sunniten sowie Evangelische und Katholiken unterscheiden sich kaum von der jeweils anderen Konfession.

Es wird deutlich, dass sich religiöse Minderheiten stärker für Flüchtlinge engagieren als die Mehrheitskonfessionen. Die evangelischen Freikirchen sind in ihrem Gemeindeleben insgesamt stärker auf das Engagement und die Spendenbereitschaft ihrer Mitglieder angewiesen als die verfassten Kirchen. Unter Berufung auf Medienberichte spekulieren die Autoren, dass sich die Freikirchen vor allem an christliche Flüchtlinge wenden oder von einem Evangelisierungsimpuls getragen werden. Aus den veröffentlichten Zahlen lässt sich das aber nicht eindeutig ablesen.

Leider untersucht die Studie nicht, wem die Hilfe zugutekommt, ob sich also Christen vor allem für Christen einsetzen und Muslime für Muslime. Auch die Angehörigen der Ahmadiyya zeigen sich überdurchschnittlich hilfsbereit. Das lässt sich damit erklären, dass sie in einigen muslimischen Ländern verfolgt werden und daher vielfach die Erfahrung von Flucht und Vertreibung nachfühlen können. Viele der in Deutschland lebenden Ahmadiyya stammen zudem aus Ländern, aus denen auch die Flüchtlinge kommen, haben also eine kulturelle Nähe. Die Gemeinden von Minderheiten haben zudem häufig eine sehr enge Verbundenheit, was auch die soziale Kontrolle erhöht. Daher kann von den einzelnen Mitgliedern wohl auch mehr Engagement eingefordert werden.

Bei beiden Religionen zeigt sich, dass Gläubige, die ihr Alltagsleben stark an religiösen Geboten ausrichten, eher in der Flüchtlingshilfe aktiv sind. „Das Engagement in der Flüchtlingshilfe kann als Ausdruck des in vielen religiösen Traditionen verankerten ethischen Gebots verstanden werden, Notleidende auch über den eigenen Gemeindezusammenhang hinaus zu unterstützen. Offenbar ist das Hilfehandeln bei vielen Befragten Teil eines religiösen Habitus, der nicht nur regelmäßige Gebetspraxis, sondern auch caritative Tätigkeiten umfasst.“

Hilfe, nicht Mission

Daraus lässt sich aber nicht schließen, dass religiös konservative Gläubige eher Flüchtlinge unterstützen und diese mit ihren Werten beeinflussen. Um dem nachzugehen, haben die Autoren gezielt nach der Offenheit für andere Religionen gefragt. Wenig überraschend zeigt sich, dass sowohl die befragten Muslime als auch die Christen offener für andere Religionen sind als Konfessionslose. Nur elf Prozent der Christen gaben an, dass man für andere Religionen nicht offen sein solle, und vier Prozent der Muslime. Dagegen finden das siebzehn Prozent der Konfessionslosen. Insgesamt ergibt sich in der Studie ein Bild erfreulich großer interreligiöser Toleranz.

„Während eine prinzipielle Offenheit im Sinne der Toleranz gegenüber anderen Religionen und Weltanschauungen gewissermaßen zum Pflichtprogramm demokratischer multireligiöser und multikultureller Gemeinwesen gehört, ist eine pluralistische Orientierung, die dem Gegenüber einen eigenen Wahrheits- und Geltungsanspruch zubilligt, gleichsam die Kür.“ Daher wurde auch nach der Überzeugung, dass jede Religion einen wahren Kern hat, gefragt. Dem stimmten 76 Prozent der Christen und 83 Prozent der Muslime zu, aber nur knapp die Hälfte der Konfessionslosen. Deutlich zeigt sich, dass gläubige Menschen anderen Religionen gegenüber offener sind als Menschen, die sich zu gar keiner Religion bekennen. Zwischen Muslimen und Christen gibt es bei dieser Fragestellung kaum Unterschiede. Bei den Aleviten zeigt sich, dass sie am vorbehaltlosesten von allen gegenüber anderen Religionen sind. Das mag an ihrer Verwurzelung in verschiedenen mystischen Strömungen des Islam liegen. Inwieweit mit der religiösen Toleranz auch eine Toleranz gegenüber Nicht-Gläubigen oder Konvertiten verbunden ist, bleibt offen.

Die Konfession, die am stärksten versucht, möglichst viele Menschen für die eigenen Grundüberzeugungen zu gewinnen, ist mit Abstand die der Ahmadiyya. Dann folgen die evangelischen Freikirchen. Das geringste Sendungsbewusstsein haben die Aleviten, gefolgt von den Schiiten, Orthodoxen und Konfessionslosen. Insgesamt ist das Sendungsbewusstsein aber recht niedrig. Bei den Aleviten gründet das wohl in ihrer nach innen gerichteten Mystik. Der Eifer der Ahmadiyya lässt sich möglicherweise damit erklären, dass sie hierzulande ihren Glauben offen leben und dafür eintreten können. Auch die Freikirchen legen letztlich immer stark Wert auf die Mission. Eine Schwäche der Studie ist, dass nicht definiert ist, ob die Grundüberzeugungen religiös sind oder nicht. Es muss sich beim Sendungsbewusstsein also nicht um religiöse Mission handeln, sondern könnte auch das Werben für demokratische Grundüberzeugungen sein.

Neben den Überzeugungen aller Angehöriger der verschiedenen Konfessionen hat die Studie dann noch einmal gezielt bei den Flüchtlingshelfern nach dem Sendungsbewusstsein und der Offenheit für andere Religionen gefragt. Es zeigt sich, dass es viel Toleranz gibt und nur ein geringes Interesse, für die eigenen Überzeugungen zu werben. „Wenn in Debatten über die Flüchtlingshilfe auf Gefahren der religiösen Indoktrinierung hingewiesen wird, handelt es sich immer um eine Kombination aus missionarischem Eifer und reaktionären Einstellungen.“

Diese kritische Kombination, die mit Versuchen einhergehen kann, Flüchtlinge von radikalen Haltungen zu überzeugen, findet sich nur bei einem Prozent der Christen und der Konfessionslosen und bei zwei Prozent der Muslime. Der weitaus größere Teil - bei Muslimen wie auch bei Christen jeweils knapp drei Viertel - ist offen gegenüber anderen Religionen und wirbt kaum für die eigenen Überzeugungen. Ein weiteres Viertel beider Religionen zeichnet sich zwar durch Offenheit aus, wirbt aber auch für die eigenen Werte. Für die Macher der Studie zeigen diese Ergebnisse das Potenzial einer Werbung für Toleranz und Pluralität. „Dabei können religiöse Migrantenorganisationen eine besondere Brückenfunktion übernehmen, wenn es darum geht, die eigene Religion im Benehmen mit den Realitäten der deutschen Gesellschaft neu zu tarieren und zu kultivieren.“ Gerade für Flüchtlinge aus Ländern, in denen die Religionsfreiheit stark eingeschränkt ist, kann das wichtig sein.

Interreligiöse Partner

Bei allen positiven Effekten sollte man die sogenannten Gefährder - potenzielle Terroristen - jedoch nicht aus den Augen verlieren. Das erkennen auch die Autoren der Studie an. Man müsse Wege finden, frühzeitig gegen sie vorzugehen. Das gelinge jedoch kaum, wenn Muslime und Moscheen unter Generalverdacht gestellt werden. Da die Studie nicht untersucht, wie häufig sich jemand engagiert, wäre es auch möglich, dass die kritischen ein bis zwei Prozent mit einem hohen Sendungsbewusstsein täglich in der Flüchtlingsunterkunft aktiv sind, die Toleranten dagegen nur einmal Kleidung vorbeibringen. Ansonsten lässt sich die Studie schlecht mit den Aussagen von Flüchtlingen und Helfern in Einklang bringen, die angeben, in bestimmten Unterkünften werde gezielt für einen radikalen Islam geworben.

Außer den religiösen Faktoren, die hier im Vordergrund standen, beeinflussen auch weltliche Faktoren das Engagement für Flüchtlinge. So spielen etwa die Nähe des eigenen Wohnorts zu einer Flüchtlingsunterkunft, das Geschlecht und die Bildung eine Rolle. Schön ist das Zwischenfazit, dass so wohl nur Statistiker ziehen können: „Zugespitzt lässt sich sagen: Am wahrscheinlichsten ist das Engagement in der Flüchtlingshilfe bei muslimischen Akademikerinnen mit einer inspiriert offenen Haltung, die in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft wohnen.“

Die Autoren der Studie nennen auch konkrete Handlungsempfehlungen. Erfreulich sei, dass die Hilfe für Geflüchtete Menschen aktiviere, die sich sonst eher nicht ehrenamtlich betätigen, wie Migranten oder Geringverdiener. Wenn man die Flüchtlingshilfe stärker mit anderen Bereichen des sozialen Engagements, etwa Sport oder Musik, verknüpfen würde, könnte man erreichen, dass diese neuen Ehrenamtlichen auch dort Fuß fassen und an der Gesellschaft aktiver teilhaben. Zugleich befürchten die Autoren eine Überforderung der Kirchen- und Moscheegemeinden. „Wie die vorliegende Analyse zeigt, setzen sich vor allem religiöse Menschen, die anderen Religionen gegenüber aufgeschlossen sind, intensiv für Geflüchtete ein. Kirchen- und Moscheegemeinden haben in den letzten Monaten ungeahnte Kräfte mobilisiert und eine gehörige Improvisationsfähigkeit bewiesen.“

Vor diesem Hintergrund wäre es angebracht, interreligiöse Partnerschaften einzugehen und die Lasten auf mehrere Schultern zu verteilen. Wenn - wie die Zahlen nahelegen - sich vor allem Menschen engagieren, die offen gegenüber anderen Religionen sind, wäre das ein deutliches Signal der religiösen Toleranz für die Neuankömmlinge, aber auch in die deutsche Gesellschaft hinein. Fundamentalistischen Missionierungsversuchen darf dann aber kein Raum gelassen werden.

CIG 15/2017


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