69. JAHRGANG 2017WWW.CHRIST-IN-DER-GEGENWART.DEFREIBURG, 23. Juli 2017


Die Zukunft hat schon begonnen
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Von der Mitte in die Weite
Karl Rahner - aus Sicht der "Generation danach"
Von Roman Siebenrock
An Superlativen hat es in der Bewertung des Theologen und Jesuiten Karl Rahner nie gemangelt: der bedeutendste Theologe der katholischen Kirche im 20.Jahrhundert, der maßgebliche Experte des Zweiten Vatikanischen Konzils, der Überwinder der Schultheologie. Ihm wird aber auch eine Subjektivierung des Glaubens vorgeworfen, eine billige Vereinnahmung der Nicht-Christen oder die Zerstörung der klassischen Tradition. Oder er wird - gleich nach dem Konzil - als letzter Scholastiker dem alten Eisen zugerechnet. Seit seinem sechzigsten Geburtstag haben Freunde, Weggefährten und Schüler sein Werk immer wieder zu werten gesucht. Mehr als eine Generation hat ihren theologischen Standort dadurch definiert, daß sie sich zu ihm in Beziehung setzte: positiv, kritisch oder negativ.
Bis heute fällt das Urteil höchst unterschiedlich aus. Niemand hat Karl Rahner so gefeiert, wie Hans Urs von Balthasar, und kaum jemand hat ihn so kritisiert wie er. In der Zeitgenossenschaft war es wohl unmöglich, ihn angemessen zu beurteilen.

Wie soll man von Gott sprechen, wenn Gott fehlt?

Anläßlich Rahners hundertsten Geburtstags ist es an der Zeit, sich ihm aus der Generation „danach" zu nähern. So viele Selbstverständlichkeiten, die ihn prägten und als verborgene Matrize sein Werk durchziehen, sind für uns nur noch historische Erinnerung. Wir können die Wasserzeichnungen seines theologischen Lebens und Denkens kaum noch entziffern. Die strenge Ausbildung in der Gesellschaft Jesu, die ihn geistlich, philosophisch und theologisch formte, ist uns unbekannt. Verschwunden ist auch jenes katholische Milieu, das einen Lebensraum darstellte, der Glauben ermöglichte und auch den jungen Rahner prägte. Noch in der Kritik an und in der Absetzung von diesen Selbstverständlichkeiten lebte er von ihnen. Karl Rahner kann heute nicht mehr gegen, sondern nur noch aus diesen Traditionen verstanden werden.

Ist an seinem hundertsten Geburtstag aber mehr als eine höfliche Pflichterinnerung möglich, die ihn als theologiegeschichtlich bedeutsam anerkennt? Karl Rahner hat am Ende seines Lebens unsere Zeit als „Beginn der dritten kirchengeschichtlichen Epoche" bezeichnet. Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sei die katholische Kirche eine Kirche geworden, die in verschiedenen Kulturen gleichzeitig sich einpflanzt und dadurch beginnt, in vielfältiger Weise reale Weltkirche zu werden. Karl Rahner ist nicht nur der Brückenbauer in diese kirchengeschichtliche Epoche hinein, sondern sein Werk birgt eine maßgebliche theologische Orientierung für diese. Sein Werk stellt die theologische Begleitung einer Kirche im Aufbruch als formale Grundlegung der Nachfolge Jesu dar und kann deshalb als Modell der theologischen Architektur für diese dritte kirchengeschichtliche Epoche verstanden werden. Er lehrt uns beispielhaft, wie wir theologische Verantwortung heute übernehmen müssen.
Stets hat Karl Rahner Theologie als Dienst an der Verkündigung verstanden, als Ermöglichung, im Heute zu glauben. Seine Methode verbindet sich mit der theologischen Grundhaltung, von der Glaubensnot, von seiner Bedrohtheit und seiner radikalen Überforderung her zu denken. Mit Kant denkt er „transzendental", insofern er vom Subjekt, vom „Hörer des Wortes" her denkt. Er fragt immer wieder, welche Bedingungen gegeben sein müssen, daß die Botschaft des Glaubens heute wirklich bei uns existentiell wirksam ankommen kann. Mit der gesamten Tradition aber bedeutet bei ihm „transzendental" auch immer: über-steigen (Transzendenz), über-schreiten, über unsere normalen Sprechweisen („Kategorien") hinausgreifen. Von Gott kann daher immer nur indirekt gesprochen werden, niemals wie von Gegenständen wie diesem Blatt oder meinen Augen. Wie kann also von Gott gesprochen werden in einer Zeit, in der Gott fehlt?

Diese Glaubensnot hat er bereits 1943 als Leiden an Gott, als Gottesverlust beschrieben. Seine theologischen Gegenwartsanalysen verschärfen diese Diagnose. Die Christen leben heute als Minderheit in einer Diasporasituation, die Rahner jedoch als heilsgeschichtliches Muß wertet. Die Situation ist als Auftrag anzunehmen und vor Gott zu bestehen. Unsere Gegenwart wird aber nicht allein als Säkularisierung oder als atheistisch bedroht bezeichnet. Sie wird vielmehr als Selbstmanipulation des Menschen bis in seine biologischen, psychischen und ideologischen Voraussetzungen hinein eingeschätzt. In diesem Experiment Mensch, das Rahner nie einfach verwirft, weil der Mensch immer sich in Freiheit gestaltet, kann sich der Mensch zu einem schlauen Tier, kann sich die Gesellschaft zu einem arbeitsbesessenen Termitenstaat zurückentwickeln, weil beide den Schmerz der Transzendenz betäuben.

Theologie am Ende der Menschheit?

Rahner treibt Theologie angesichts des möglichen Endes der Menschheit, im Bewußtsein der bleibenden Minderheitensituation der Christen und in der geistigen Atmosphäre eines radikalen weltanschaulichen Pluralismus'. Wie ist in einer solchen Zeit Rechenschaft des Glaubens möglich, die den Glauben nicht allein verteidigt, sondern ihn neu ermöglicht? Missionarischer Auftrag, Solidarität in der Glaubensnot und theologische Verantwortung verbinden sich. Deshalb läßt sich Rahner immer wieder in neue Zusammenhänge und Situationen hineinziehen, läßt sich von Fragen in Anspruch nehmen. Rahners Werk ist von der Wurzel her geschichtlich mit der Not der Glaubenden verbunden. Eine systematisch abgerundete Theologie bietet er nicht. Er schrieb Essays, die seine Anlaßtheologie bezeugen. Er kommt von heterogenen Wurzeln her und arbeitet in einem Netz multipolarer Ansätze, die sich wechselseitig tragen und korrigieren.

Karl Rahner war gut vorbereitet für seinen Brückenschlag, für die Übersetzung der traditionellen Theologie in die neue Herausforderung hinein. Sein Werk ist nicht nur spirituell, sondern auch theologisch tief in der Weite der Tradition verwurzelt: Kirchenväter, Bonaventura und Thomas von Aquin, Deutsche Mystik und die gesamte Diskussion der nachtridentinischen Schultheologie bis zu den vielfältigen Aufbrüchen des 19. und 20.Jahrhunderts. Er kennt aber nicht nur die theologisch-systematischen Fragen, sondern auch die Kirchen- und die Glaubenspraxis, die Mystik und die jeweiligen Herausforderungen durch Philosophie und Wissenschaft. Nur in den spirituellen Schriften und den Predigten wird deutlich, wie stark alle diese Dimensionen durch die geistliche Betrachtung der Schrift in tagtäglicher Übung getragen und inspiriert sind.

Die Natur des Menschen und das Kreuz Christi

Diese Vielfalt der Herkünfte wird durch die theologische und spirituelle Tradition seines Ordens miteinander vernetzt und auf das zentrale Thema der Exerzitien des Ignatius von Loyola und seiner eigenen Theologie hin fruchtbar gemacht: dem unmittelbaren Handeln des Schöpfers mit seinem Geschöpf. Dieses Ur-Anliegen durchzieht sein gesamtes Werk und zeigt sich im lebenslangen Ringen mit den neuen Herausforderungen, die er in der Auseinandersetzung mit der neuzeitlichen Philosophie von Kant bis Heidegger denkerisch aufarbeitet.

Rahner entwickelt eine elementare theologische Orientierung für den Glauben nach dem Ende aller Selbstverständlichkeiten, auch der christentümlichen Traditionen. Eine trinitarisch strukturierte Grund-Absicht ist das tragende Wirkmuster seiner „theologischen Teppiche": Gott will das Heil aller Menschen (1 Tim, 2,4; Eph 1-2,10). Dieser wirksame und universale Heilswille berührt uns in Christus und der Kirche. Im Heiligen Geist ergreift diese Gnade in Jesus Christus als dem Haupt der erlösten Menschheit die gesamte Welt und möchte sie erlösend in das Leben Gottes hineinführen. Dieses eine Geheimnis - der Gnade Gottes als Offenbarung und Erlösung - hat Rahner als „Selbstmitteilung Gottes in Jesus Christus" begrifflich bestimmt. Von dieser Ur-Absicht läßt sich das Werk in seiner Weite, Tiefe und Entwicklung in sich stimmig lesen.

Zunächst stellt Rahner seine Intention in Gegensatz zu einer um sich selbst kreisenden Religionsphilosophie, die Gott überall zu finden meint. Dagegen heißt es im Blick auf das Sakrament der Kirche und der Person Jesu Christi: Hier - und nicht: überall! Deshalb müsse die Natur des Menschen durch das Kreuz Jesu Christi aufgebrochen werden. Er warnt stets davor, Gott mit unserem Lebensdrang zu verwechseln, und sieht in einer die Passion Christi nachvollziehenden Theologie des Todes die entscheidende Form der Nachfolge, die allen Menschen möglich ist. Rahners Denkweg führt immer aus der Mitte des Glaubens in der durch Wort und Sakrament vermittelten Christusbegegnung in die Weite.

Der ekstatische Mensch - und Gott in dieser Welt

Da er das theologische Denken nicht gegen Kritik abschottet, sondern ihr aussetzt, weil alles Denken Anteil am göttlichen Logos hat, nimmt er die Auseinandersetzung mit der neuzeitlichen Philosophie auf ihrem Boden auf. Er entwickelt eine Erkenntnis-Metaphysik, die in ihrer „Hinwendung zu den Sinnenbildern" (Conversio ad phantasma) bleibend auf Welt hingeordnet ist. In ihrem Verwiesensein auf Welterkenntnis ist aber der denkende Mensch bereits in der Grunderfahrung des Fragenmüssens über die bloße Welt hinausgerufen: Der Mensch ist eine ekstatische Existenz, ist Wesen der Transzendenz. Deshalb kann er sich die entscheidende Antwort seines Lebens nicht selber geben. Er muß horchen. Der Mensch ist Hörer des Wortes. In seinem existentiellen Ausgestrecktsein begegnet er einer anderen Freiheit. Der Mensch steht vor dem freien Gott einer möglichen Offenbarung. Diese aber kommt ihm im Wort der Schrift durch die Kirche entgegen. Der Mensch kann sich nur von diesem Wort her als auf jenen Gott hin geschaffen verstehen, der ihm in Jesus Christus als sein Heil entgegengekommen ist. Der Abstieg Gottes in die Welt und der Aufstieg des Menschen zu Gott treffen sich in Christus und der jedem Menschen eröffneten Nachfolge Jesu Christi.

Später wird er diese Hinordnung auf Gott, der sich dem Menschen in seiner Offenbarung selber mitteilt, „übernatürliches Existential" oder etwas mißverständlicher „transzendentale Offenbarung" nennen. Allen Menschen ist durch die Menschwerdung Gottes und das Kreuz Christi die Gnade angeboten. Deshalb kann Karl Rahner in allen Erfahrungen der Menschen, bevorzugt in den alltäglichen, eine Dimension der Gnade herausstellen, die ihn nicht nur auf den Gott jenseits der Welt, sondern auf den „Gott unter uns", auf Jesus Christus verweist. Alle Menschen haben deshalb eine theologische Kompetenz. Theologie und Verkündigung sollen in diese Erfahrung der Gnade, in die Erfahrung des nahegekommenen Gottes einweisen.

Wer sind „anonyme Christen"?

In der suchenden Christologie zeigt Rahner, wie der Mensch durch die existentiellen Erfahrungen von Liebe, Hoffnung wider alle Hoffnung und vertrauender Annahme des Todes nicht nur auf Jesus von Nazareth als dem Christus verwiesen ist. Vielmehr ist er in diesen Vollzügen zur Schwester und zum Bruder Christi geworden. Denn das übernatürliche, also durch die Gnade getragene Leben der Menschen ist die Verlängerung und die Auslegung des Lebens Christi. Der Mensch ist nur verstanden, wenn er im Licht des Geheimnisses Christi in das Geheimnis Gottes verwiesen wird. Wer mit Jesus Christus in dieser Weise, ob er davon weiß oder nicht, sein Leben lebt, wird von seiner Gnade getragen: Nur diese Menschen nennt er „anonyme Christen". Damit hat Rahner eine theologische Grundlegung für die Verkündigung entworfen. Der Glaube kommt vom Hören und von der Gnade, die in der innersten Mitte des Herzens aufsteht.

Mit dieser theologischen Grammatik kann er die unterschiedlichen Bereiche des Glaubenslebens durcharbeiten und auf ihre Mitte hin durchscheinend werden lassen: Herausforderungen durch die Naturwissenschaften und den Marxismus, durch Bahnhofsmission und Pfarrbibliothek, durch priesterliche Existenz und die Aufgaben eines Bischofs, durch die Selbstvollzüge der Kirche, die das Zeichen des siegreichen Heilswillens in der Welt sein soll, und die Frage nach einer neuen Spiritualität als Herz des unvermeidbaren Strukturwandels der Kirche. Herausforderungen auch durch die Anfragen der historisch-kritischen Bibelexegese und Dogmengeschichte, aber auch durch die Gefahren der neuen, verborgenen Häresien in der Kirche und die bleibende Bedeutung des Papstamtes, ebenso wie durch den Pluralismus der Religionen. In allem aber die Dynamik jeder Wirklichkeit in das Geheimnis Gottes hinein.

Bald wird Karl Rahner zur umstrittenen Symbolfigur der nachkonziliaren Reform. Am Ende seines Lebens formuliert er mit Heinrich Fries ein ökumenisches Manifest, das deshalb noch von Bedeutung sein wird, weil es einen pragmatisch gangbaren Weg skizziert, der Verbindlichkeit im Bekenntnis mit Anerkennung fremder Entwicklung versöhnt.
Wie einst Klemens von Alexandrien hat Rahner „theologische Teppiche" geschrieben, die eine bleibende Orientierung in der neuen kirchengeschichtlichen Epoche darstellen. In seinem Werk ist eine elementare Architektur der Rechenschaft des Glaubens für diese Herausforderung zu finden. Rahner gibt uns aber keine fertigen Antworten vor. Unserer Generation ist nichts mehr selbstverständlich. Wir wären froh über Schulung in der Theologie, weil die Überwindung der Schultheologie uns auch als Verlust bewußt wird. Wir haben in Anerkennung der unterschiedlichen Ansätze der vergangenen Generation zu arbeiten. Der Traditionsabbruch nach dem Konzil ist auch theologisch katastrophal. Deshalb kann Rahner nicht wiederholt werden, indem man ihn negativ oder positiv einfach zitiert. Er hat uns vielmehr beispielhaft gezeigt, wie angemessene Antworten entwickelt werden sollen. Diese eigene Verantwortung nimmt er nicht ab, sondern ruft uns zu: Macht es besser!
Zu diesem Auftrag gehört auch, daß wir die Grenzen seiner Theologie nicht überspielen. Niemals hatte er sein Werk als normativ angesehen, das Gegenteil war der Fall. Er sah sein Werk mit seiner Zeit verschwinden, weil es aus der Not des Tages und der Stunde geboren wurde. Zu seinen Grenzen gehört sicherlich die unzureichende Theologie des Judentums und Israels, auch wenn er immer wieder mit Hinweisen und Ideen überraschte. Auch kann heute auf eine entwickelte Bibeltheologie ebensowenig verzichtet werden wie auf eine Aufarbeitung aller historisch-kritischen Anfragen zur Person Jesu. Eine stärker religionsgeschichtlich arbeitende Theologie der Religionen ist ebenfalls unverzichtbar. Gewiß ist eine Theologie vor aphoristischem Mißbrauch nie geschützt. Rahners Kraft zur eingehenden Verkürzung komplexer Zusammenhänge - Paradebeispiel ist die Rede vom „anonymen Christen" - muß heute nicht nur auf seine schultheologischen Quellen durchsichtig werden. Wir müssen vielmehr innerhalb der einen Heilsgeschichte im Zeugnis des universalen Heilswillens des dreifaltigen-dreieinigen Gottes angemessene Unterscheidungsmerkmale entwickeln, die nicht nur die Frage der Heilsmöglichkeit, sondern auch die spezifische Eigenart anderer Religionen werten können.

Weil Rahner stets von innen nach außen gedacht hat, müssen wir uns vielleicht noch einmal intensiv mit der Frage beschäftigen, wie der Weg zum Glauben nach dem Ende aller Selbstverständlichkeiten beschrieben und begriffen werden kann. Wenn wir nicht nur in der Spur Rahners, sondern in der großen Bewegung von Kirche und Theologie seiner Zeit bleiben wollen, dann müssen wir Themen und Akzente anders setzen. Wenn wir dem Glauben eine neue Wohnstatt errichten, werden es wohl mehr Zelte als Burgen oder Schlösser sein. Er bleibt ein Lehrer, der uns zur Antwort befähigt. Viele seiner Optionen teilte er mit anderen Theologen seiner Generation: Yves Congar, Henri de Lubac, auch Hans Urs von Balthasar. Sie sind durch das Zweite Vatikanische Konzil Gemeingut geworden: der universale Heilswillen Gottes, die Christusverbundenheit aller Menschen und deshalb: die Heilshoffnung für alle in der Aufmerksamkeit für die Zeichen der Zeit.

Die Zeitgenossenschaft des Pilgers

Eines aber lernen wir nur, wenn wir weiterhin in seine Schule gehen, gerade heute: Den Mut, Glauben in der Gegenwart zu leben und theologisch zu verantworten. Seine Theologie ist Zeitgenossenschaft eines Pilgers, der mit auf dem Weg ist. Er weist alle Theologien der Vorzeit zurück, die sich aus der Gegenwart in eine nur scheinbar heile Vergangenheit wegstehlen. Aggiornamento (Verheutigung) hat JohannesXXIII. diese Haltung genannt. Ebenso weigerte er sich, Theologie und Glauben gegen kritisches Denken und Anfragen in einer abgeschotteten Gegenwelt zu etablieren. Nein: Leben, Glauben und Denken sollen im Heute eins und solidarisch mit den anderen sein. Mir scheint, daß Rahner uns ermutigt, unserer Zeit und unserer Ratlosigkeit nicht auszuweichen. Nur so kann aus unserer Not Segen werden.

Mit einem Buchtitel hat er sein Anliegen zusammengefaßt: „Glaube, der die Erde liebt". Karl Rahner ist heutig. Nicht weil wir so toll wären oder die Gegenwart so ideal, sondern weil Gott auch heute, wie er es früher tat, die Sünder begnadet. Er will mit allen Menschen unmittelbar handeln, auch heut und dort, wo wir es nicht mehr für möglich halten.


Roman Siebenrock, Dr. theol., geb. 1957, wissenschaftlicher Assistent am fundamentaltheologischen Seminar der Universität Innsbruck und Mitarbeiter am Karl-Rahner-Institut, promovierte mit der Arbeit „Wahrheit, Gewissen und Geschichte: eine systematisch-theologische Rekonstruktion des Wirkens John Henry Kardinal Newmans“ (Sigmaringendorf 1996).

CIG 9/2004


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