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Arnold, Claus / Trocholepczy, Bernd / Wenzel, Knut: John Henry Newman
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Kirchenlehrer der Moderne (Verlag Herder, Freiburg 2009, 179 S., 16,95 €).
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Religionspädagogen, Kirchengeschichtler und Theologen stellen John Henry Newman (1801-1890) als „Kirchenlehrer der Moderne" vor. Dessen Glaubensweg führte vom evangelikalen Milieu der anglikanischen Kirche über die „Oxford-Bewegung", eine konservativ-katholische Strömung in der Kirche von England, bis zum Übertritt in die katholische Kirche. Diese war damals anti-modernistisch geprägt.
Doch gerade seine Konversion als personale Glaubensentscheidung und seine Betonung des Subjekts machen Newman zum Autor einer „modernen Theologie", einer „Theologie der Moderne", wie Knut Wenzel herausarbeitet. Mit dem absoluten Vorrang des Gewissens geht Newman auf die Moderne zu, betont Magnus Striet. Newman erkennt damit auch die Würde des irrenden Gewissens an. Der Liturgiewissenschaftler Alexander Nawar zeigt, dass für Newman die Liturgie den Menschen lehren und formen will. Dieses Verständnis kann als Widerspruch zu der Tendenz gelesen werden, mit der tridentinischen Messe und deren „gemurmeltem Latein" eine rein ästhetisierende Liturgie wieder aufleben zu lassen. Ebenso kann der Blick auf Newmans Auseinandersetzung mit dem Bildungssystem anregend sein für unsere Debatten eines konfessionell-gebundenen Religionsunterrichts oder die Frage, warum Theologie notwendig Teil einer Universität sein muss.
Newman hatte den einfachen Glaubenden im Blick, wertete die Laien auf und kritisierte eine Theologie, welche „die gedachten und nicht die realen Fragen der Menschen beantwortet". Warum wurde aber die Chance verspielt, eine auch dem Glaubenden ohne Theologiestudium verständliche Sprache zu wählen, um ihn in eine Theologie mitzunehmen, die - wie von Newman gefordert - der Lebenswelt den Vorrang einräumt?
Stephan Neumann
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