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Marks, Stephan: Die Würde des Menschen oder: Der blinde Fleck in unserer Gesellschaft
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(Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2010, ca. 240 S., ca. 19,99 €).
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Erfurt, Emsdetten, Winnenden stehen für Amokläufe. Stephan Marks meint, angesichts solcher Tragödien reiche es keineswegs aus, verschärfte Waffengesetze zu fordern. Er befürchtet, dass die Schule für viele zu einem „Ort des Grauens" geworden sei. Der Menschenrechtspädagoge und Sozialwissenschaftler sieht das Grundproblem darin, „dass viele unserer zwischenmenschlichen Beziehungen … durch Verletzungen der Würde vergiftet werden.
Der Autor will das abgehobene Ideal „Menschenwürde" erden. Für ihn geht es dabei weniger um eine juristische Einordnung von Extremfällen, etwa bei Gendiagnostik oder Sterbehilfe. Er will vielmehr diesen Leitbegriff „aus Sicht der Scham- Psychologie" erhellen. Menschen reagieren mit dem Ur-Gefühl der Scham, wenn sie sich entblößt, in ihrer Integrität verletzt fühlen. Die gesellschaftliche Sensibilisierung für diesen „blinden Fleck" hält der Verfasser für notwendig, um Ausbrüche von Gewalt zu vermindern.
Thomas Brose
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