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Neininger, Rosemarie: Welt verstehen – an die Schöpfung glauben
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Zum Dialog zwischen physikalischer und theologischer Weltdeutung (F. Schöningh Verlag, Paderborn 2010, 301 S., 38 €).
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Der bekannte Physiker Hans-Peter Dürr lässt Texte der bedeutendsten modernen Physiker unter der Perspektive Revue passieren, den "Dualismus von Denken und Sein oder von Geist und Materie" zu überwinden. Messende Erfahrungswissenschaftler öffnen sich hier der Welt des "„Wunderbaren", ein für sie zunächst ungewohntes Terrain. Wir hören sie im Originalton von Bohm über Heisenberg bis zu Weizsäcker über das "beobachtende Ich-Bewusstsein und das mystische Erlebnis der Einheit" nachdenken.
Die vorgestellten Texte sind zwar über ein halbes Jahrhundert alt, bleiben aber im Wesentlichen aktuell, wenn nicht sogar zeitlos. Dabei wird deutlich, dass Physik und Transzendenz sich nicht mehr gegensätzlich zueinander verhalten, sondern - wie Niels Bohr es ausdrückte - "komplementär". Wer den Wissenschaftlern folgt, wird erkennen, dass Physik und Transzendenz nur verschiedene Bereiche der einen Wirklichkeit bezeichnen, vom analytischen und objektivierenden Forschen hin zu einer obersten Schicht, "in der sich der Blick öffnet für die Teile der Welt, über die nur im Gleichnis gesprochen werden kann".
Das Buch von Rosemarie Neininger stellt in einem der sechs Kapitel ebenfalls namhafte Physiker und ihre Forschungsarbeit vor - zusammen mit sechs modernen "Theologen in der Naturwissenschaft", unter ihnen Pierre Teilhard de Chardin, Arthur Peacocke, George Coyne. Die Autorin möchte, "dass der noch sehr mühsame Dialog … einen weiteren Anstoß erfährt." Sie bezieht sich auf Karl Rahners Auffassung, dass der Kosmos für den Menschen "theologischer" geworden sei, indem er ihn unerbittlicher als früher auf die Erfahrung und Annahme seiner Kreatürlichkeit hinweise.
Hans-Joachim Rennkamp
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