65. JAHRGANG 2013WWW.CHRIST-IN-DER-GEGENWART.DEFREIBURG, 23. Juni 2013

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (Hg.): Laudate omnes gentes
Was uns eint: Gemeinsam beten und singen in der Ökumene
(Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, Kösel Verlag, München 2010, 262 S., 19,95 €).
Bist du ein Theologe, dann weißt du auch richtig zu beten. Wenn du wirklich zu beten verstehst, so bist du ein Theologe." Diese Sätze finden sich in dem berühmten Traktat „Über das Gebet" von Evagrius Ponticus (1). Der griechische Mönch, der im vierten Jahrhundert in der ägyptischen Wüste ein asketisches Leben führte, sah im Gebet den Kern des religiösen Lebens. Ein Gottesmann dürfe nicht lediglich intellektuell brillieren, er müsse das Gedachte auch in die Praxis des Gebets einfließen lassen, Rationalität und Spiritualität verbinden. „Das Gebet weckt die Kräfte des Geistes …, vertreibt die Traurigkeit und die Mutlosigkeit." Seinen Traktat, eine Sammlung von 153 gedanklichen Miniaturen, richtete Evagrius Ponticus an seine Mitbrüder. Doch die Überlegungen sind zeitlos: Sie illustrieren, dass alle Rede von Gott letztlich in der geistlichen Erfahrung münden muss. Zugleich entfalten sie eine Psychologie des Gebets, die gerade in ihrer Radikalität den Leser ermutigt, auf seinem Gebetsweg voranzuschreiten.

Medizin der religiösen Sprache

Für das Gebet mag es, so Heinrich Dickerhoff (2), Akademie-Direktor in Cloppenburg, gute und schlechte Gründe geben. Wie jedoch das Küssen eine Bewährungsprobe der Liebe sei, so bewähre sich der Glaube im Gebet. Es macht die Qualität dieses gut lesbaren, anregenden Werks aus, dass es nicht so sehr Probleme aufzählt, vielmehr Perspektiven aufzeigt. Wo manche Autoren das Bittgebet zu einem einzigen Minenfeld erklären, weist Dickerhoff auf „Prüfsteine" wie Angemessenheit und Geschwisterlichkeit hin und spricht vom „Netz der Verbundenheit durch Raum und Zeit", das durch ein nichts und niemanden ausschließendes Gebet geknüpft wird. Auch die Aussage, dass Not beten lehre, versucht der Autor zu entkräft en. Nicht weil es nottut, gilt es zu beten, vielmehr weil es „an der Zeit" ist, weil Beten dem Leben eine Struktur, einen Rhythmus gibt. Eine Sammlung von „Gebetsschätzen" rundet den empfehlenswerten kleinen Band ab.

Wenn der Münchener Neutestamentler und Theologe der Integrierten Gemeinde Gerhard Lohfink (3) seine Überlegungen „Beten schenkt Heimat" überschreibt, hat das mit gefühligen Meditationen nichts zu tun. Er versteht es vielmehr, tief und konzentriert zu graben, ohne die praktischspirituelle Seite zu vernachlässigen. „An wen richtet sich unser Gebet?", so heißt die nur scheinbar banale Frage des ersten Kapitels. Das bedrängende Thema „Bittgebet" verhandelt Lohfink in zwei Abschnitten. Der Eigenstand der Welt und Gottes „Geschichtsmächtigkeit" lassen sich rein rational nicht zusammenbringen. Doch sei das Bittgebet unaufgebbar „der elementarste Ausdruck dafür, dass Gott Person ist, das heißt, dass er uns als lebendiges Du begegnen möchte". Lohfinks Ausführungen über das Gebetsmotiv der „Klage", über die immer noch unterschätzte Bedeutung der Psalmen für die christliche Spiritualität oder über das Hochgebet bieten manche Medizin gegen das „Erkranken der gottesdienstlichen Sprache", gegen alte und neue „Baalskulte". Das abschließende Kapitel mit sehr persönlichen Ausführungen des Autors ruft förmlich zum Bedenken der eigenen „Gebetsgeschichte" auf.

Vater unser

Auch der Münsteraner Fundamentaltheologe Jürgen Werbick (4) gräbt tief, wenn er seine theologischen Besinnungen zum Vater unser (die im Untertitel benannten „Meditationen" legen eher eine falsche Fährte) als „Einführung ins Christsein" entwirft . Von „Vater unser im Himmel" bis „Amen" entfaltet der Autor ein Netz biblisch- theologischer Bezüge, die das christliche Grundgebet als einen Ort vorstellen, an dem sich Himmel und Erde berühren. Wer Gott als den Vater im Himmel anspricht, kann nicht in der „Teilnehmerperspektive" verharren, der wird selbst Teil des Gebets. Wer betet, entdeckt sich selbst und blickt zugleich „auf ". Das „Amen", das am Ende steht, meint dann eben nicht ein „Das war's".

„Wir fürchten den gott / der kalten betrachtung. / wir beten dagegen", heißt es in einem Vers der „neuen Psalmen" des Salzburger Theologen Gottfried Bachl (5), der immer wieder durch seine kühnen, originellen Gedankengänge zu Christologie und Spiritualität große Aufmerksamkeit erregt. Eine solche „kalte Betrachtung" lässt sich wohl nicht immer vermeiden, wenn Grundlagen des Glaubens kontrovers und im Dialog mit den philosophischen Meisterdenkern erörtert werden.

Hilft Bitten?

Der von dem Freiburger Fundamentaltheologen Magnus Striet (6) herausgegebene Band stellt das Bittgebet auf den Prüfstand der Vernunft und scheut sich nicht, die „Zwecklosigkeit des Betens" zu thematisieren. Eine rationalistische „Beobachterperspektive", die nicht durch biblisch-weisheitliche Elemente ergänzt wird, muss das Bittgebet im Letzten abweisen. Bleibt also nur ein belehrtes und demütiges „Sich- Fügen"? Wohl ja. „Bittend und gleichzeitig ernüchtert zu leben, könnte den Kern der christlichen Gebetsspiritualität ausmachen", schreibt der Herausgeber.

Der Priester und geistliche Lehrer Henri Nouwen (7) entwickelt in sieben Teilstücken einen Weg, der vom Gebet „mit zusammengeballten Fäusten" zu einem Beten „mit off enen Händen" führt. Es sind jeweils nur wenige Seiten, auf denen Nouwen freilich eine ganze Psychologie des Gebets entfaltet. Er setzt bei den Widerständen an, bei unseren Verletzungen und der Angst, sich auf Neues einzulassen. Auch im Gebetsleben gibt es Enttäuschung und Bitterkeit, und nicht selten schwelgen wir in ihnen, „als könnten wir nicht ohne sie sein, als würden wir unser eigenes Selbst verlieren, gäben wir sie auf ". Ein fruchtbares Gebetsleben erfordert ein Öffnen der Fäuste, und Nouwen beschreibt das Loslassen als einen Prozess, der sich nicht auf einzelne Fasern unserer Existenz begrenzen lässt. Das Gebet betrifft unsere Selbstwahrnehmung, unsere tiefsten Hoffnungen, aber auch unser „mit-leidendes" Herz, unser waches, „prophetisches" Tun. Es ist ein kleines Bändchen mit großen Gedanken, eine Schule des Betens.

„Beten wir alle zum gleichen Gott?". Dieser Frage widmet sich Andreas Renz (8), Fachreferent des Erzbistums München für den interreligiösen Dialog. Angesichts der enger gewordenen, globalisierten Welt ist diese schlichte Frage brisant, denn beim Streben nach einem friedlichen Zusammenleben der Völker sind Glaube und Religion alles andere als weiche Faktoren. In drei gut nachvollziehbaren Durchgängen stellt Renz das Gottesverständnis im Judentum, Christentum und Islam vor, um von diesem Fundament aus das Verhältnis zu klären. Selbstverständlich spielt dabei der christliche Glaube an den einen und doch „dreifaltigen" Gott, an die Messianität und Gottessohnschaft Jesu eine wesentliche Rolle. „Der Glaube Jesu eint uns, der Glaube an Jesus trennt uns", so die berühmte Formel des jüdischen Gelehrten Schalom Ben- Chorin. Ebenso mag man die „absolute" Stellung des Korans im Islam und die zum Teil sehr eigenwillige Deutung biblischer Berichte als „trennend" betrachten. Diese Unterschiede sucht Renz nicht zu glätten. Er verweist aber auf die schöne Formel „Zusammen sein, um zu beten", die Papst Johannes Paul II. im Zusammenhang mit den Friedensgebeten der Weltreligionen in Assisi geprägt hat.

Schätze der Ökumene

Der in Nordbaden tätige evangelische Gemeindepfarrer Gerhard Engelsberger (9) versammelt „heilsame" Gebete und Gedanken, die sich insbesondere auf Krisenzeiten beziehen. Dem biblischen Ausgangspunkt folgen kurze Gebetsmeditationen vom Autor wie von alten und neuen Kirchenvätern und Kirchenmüttern.

Die Sammlung vielsprachiger Gebete „Laudate Omnes Gentes" (10) ist eine Frucht der ökumenischen Bewegung. Der reichhaltige Band enthält beispielsweise den Aaronitischen Segen, ausgewählte Psalmen, Glaubensbekenntnisse. Es folgen „spirituelle Schätze" aus unterschiedlichen Traditionen, aber auch Gebete der ökumenischen Bewegung und kurze liturgische Gesänge. Der indische Jesuit und Meditationslehrer Sebastian Painadath (11) geht noch einen Schritt weiter, wenn er rund hundert „Gebete der Welt" zusammenstellt, die in einem Zeitraum von 5000 Jahren verfasst worden sind. Sehr unterschiedliche Religionen und kulturelle Traditionen kommen hier mit ihren spirituellen Kostbarkeiten zum Zuge. „Das Gebet ist der Herzschlag des religiösen Lebens." Wer den auch äußerlich sehr gelungenen Band in die Hand nimmt, wer die Gebete mitzusprechen versucht, wird das gemeinsame spirituelle Erbe, den Herzschlag, erspüren, zugleich wohl auch die eigene Tradition bewusster wahrnehmen.

Bist du ein Theologe, dann weißt du auch richtig zu beten. Wenn du wirklich zu beten verstehst, so bist du ein Theologe." Diese Sätze finden sich in dem berühmten Traktat „Über das Gebet" von Evagrius Ponticus (1). Der griechische Mönch, der im vierten Jahrhundert in der ägyptischen Wüste ein asketisches Leben führte, sah im Gebet den Kern des religiösen Lebens. Ein Gottesmann dürfe nicht lediglich intellektuell brillieren, er müsse das Gedachte auch in die Praxis des Gebets einfließen lassen, Rationalität und Spiritualität verbinden. „Das Gebet weckt die Kräfte des Geistes …, vertreibt die Traurigkeit und die Mutlosigkeit." Seinen Traktat, eine Sammlung von 153 gedanklichen Miniaturen, richtete Evagrius Ponticus an seine Mitbrüder. Doch die Überlegungen sind zeitlos: Sie illustrieren, dass alle Rede von Gott letztlich in der geistlichen Erfahrung münden muss. Zugleich entfalten sie eine Psychologie des Gebets, die gerade in ihrer Radikalität den Leser ermutigt, auf seinem Gebetsweg voranzuschreiten.

Medizin der religiösen Sprache

Für das Gebet mag es, so Heinrich Dickerhoff (2), Akademie-Direktor in Cloppenburg, gute und schlechte Gründe geben. Wie jedoch das Küssen eine Bewährungsprobe der Liebe sei, so bewähre sich der Glaube im Gebet. Es macht die Qualität dieses gut lesbaren, anregenden Werks aus, dass es nicht so sehr Probleme aufzählt, vielmehr Perspektiven aufzeigt. Wo manche Autoren das Bittgebet zu einem einzigen Minenfeld erklären, weist Dickerhoff auf „Prüfsteine" wie Angemessenheit und Geschwisterlichkeit hin und spricht vom „Netz der Verbundenheit durch Raum und Zeit", das durch ein nichts und niemanden ausschließendes Gebet geknüpft wird. Auch die Aussage, dass Not beten lehre, versucht der Autor zu entkräft en. Nicht weil es nottut, gilt es zu beten, vielmehr weil es „an der Zeit" ist, weil Beten dem Leben eine Struktur, einen Rhythmus gibt. Eine Sammlung von „Gebetsschätzen" rundet den empfehlenswerten kleinen Band ab.

Wenn der Münchener Neutestamentler und Theologe der Integrierten Gemeinde Gerhard Lohfink (3) seine Überlegungen „Beten schenkt Heimat" überschreibt, hat das mit gefühligen Meditationen nichts zu tun. Er versteht es vielmehr, tief und konzentriert zu graben, ohne die praktischspirituelle Seite zu vernachlässigen. „An wen richtet sich unser Gebet?", so heißt die nur scheinbar banale Frage des ersten Kapitels. Das bedrängende Thema „Bittgebet" verhandelt Lohfink in zwei Abschnitten. Der Eigenstand der Welt und Gottes „Geschichtsmächtigkeit" lassen sich rein rational nicht zusammenbringen. Doch sei das Bittgebet unaufgebbar „der elementarste Ausdruck dafür, dass Gott Person ist, das heißt, dass er uns als lebendiges Du begegnen möchte". Lohfinks Ausführungen über das Gebetsmotiv der „Klage", über die immer noch unterschätzte Bedeutung der Psalmen für die christliche Spiritualität oder über das Hochgebet bieten manche Medizin gegen das „Erkranken der gottesdienstlichen Sprache", gegen alte und neue „Baalskulte". Das abschließende Kapitel mit sehr persönlichen Ausführungen des Autors ruft förmlich zum Bedenken der eigenen „Gebetsgeschichte" auf.

Vater unser

Auch der Münsteraner Fundamentaltheologe Jürgen Werbick (4) gräbt tief, wenn er seine theologischen Besinnungen zum Vater unser (die im Untertitel benannten „Meditationen" legen eher eine falsche Fährte) als „Einführung ins Christsein" entwirft . Von „Vater unser im Himmel" bis „Amen" entfaltet der Autor ein Netz biblisch- theologischer Bezüge, die das christliche Grundgebet als einen Ort vorstellen, an dem sich Himmel und Erde berühren. Wer Gott als den Vater im Himmel anspricht, kann nicht in der „Teilnehmerperspektive" verharren, der wird selbst Teil des Gebets. Wer betet, entdeckt sich selbst und blickt zugleich „auf ". Das „Amen", das am Ende steht, meint dann eben nicht ein „Das war's".

„Wir fürchten den gott / der kalten betrachtung. / wir beten dagegen", heißt es in einem Vers der „neuen Psalmen" des Salzburger Theologen Gottfried Bachl (5), der immer wieder durch seine kühnen, originellen Gedankengänge zu Christologie und Spiritualität große Aufmerksamkeit erregt. Eine solche „kalte Betrachtung" lässt sich wohl nicht immer vermeiden, wenn Grundlagen des Glaubens kontrovers und im Dialog mit den philosophischen Meisterdenkern erörtert werden.

Hilft Bitten?

Der von dem Freiburger Fundamentaltheologen Magnus Striet (6) herausgegebene Band stellt das Bittgebet auf den Prüfstand der Vernunft und scheut sich nicht, die „Zwecklosigkeit des Betens" zu thematisieren. Eine rationalistische „Beobachterperspektive", die nicht durch biblisch-weisheitliche Elemente ergänzt wird, muss das Bittgebet im Letzten abweisen. Bleibt also nur ein belehrtes und demütiges „Sich- Fügen"? Wohl ja. „Bittend und gleichzeitig ernüchtert zu leben, könnte den Kern der christlichen Gebetsspiritualität ausmachen", schreibt der Herausgeber.

Der Priester und geistliche Lehrer Henri Nouwen (7) entwickelt in sieben Teilstücken einen Weg, der vom Gebet „mit zusammengeballten Fäusten" zu einem Beten „mit off enen Händen" führt. Es sind jeweils nur wenige Seiten, auf denen Nouwen freilich eine ganze Psychologie des Gebets entfaltet. Er setzt bei den Widerständen an, bei unseren Verletzungen und der Angst, sich auf Neues einzulassen. Auch im Gebetsleben gibt es Enttäuschung und Bitterkeit, und nicht selten schwelgen wir in ihnen, „als könnten wir nicht ohne sie sein, als würden wir unser eigenes Selbst verlieren, gäben wir sie auf ". Ein fruchtbares Gebetsleben erfordert ein Öffnen der Fäuste, und Nouwen beschreibt das Loslassen als einen Prozess, der sich nicht auf einzelne Fasern unserer Existenz begrenzen lässt. Das Gebet betrifft unsere Selbstwahrnehmung, unsere tiefsten Hoffnungen, aber auch unser „mit-leidendes" Herz, unser waches, „prophetisches" Tun. Es ist ein kleines Bändchen mit großen Gedanken, eine Schule des Betens.

„Beten wir alle zum gleichen Gott?". Dieser Frage widmet sich Andreas Renz (8), Fachreferent des Erzbistums München für den interreligiösen Dialog. Angesichts der enger gewordenen, globalisierten Welt ist diese schlichte Frage brisant, denn beim Streben nach einem friedlichen Zusammenleben der Völker sind Glaube und Religion alles andere als weiche Faktoren. In drei gut nachvollziehbaren Durchgängen stellt Renz das Gottesverständnis im Judentum, Christentum und Islam vor, um von diesem Fundament aus das Verhältnis zu klären. Selbstverständlich spielt dabei der christliche Glaube an den einen und doch „dreifaltigen" Gott, an die Messianität und Gottessohnschaft Jesu eine wesentliche Rolle. „Der Glaube Jesu eint uns, der Glaube an Jesus trennt uns", so die berühmte Formel des jüdischen Gelehrten Schalom Ben- Chorin. Ebenso mag man die „absolute" Stellung des Korans im Islam und die zum Teil sehr eigenwillige Deutung biblischer Berichte als „trennend" betrachten. Diese Unterschiede sucht Renz nicht zu glätten. Er verweist aber auf die schöne Formel „Zusammen sein, um zu beten", die Papst Johannes Paul II. im Zusammenhang mit den Friedensgebeten der Weltreligionen in Assisi geprägt hat.

Schätze der Ökumene

Der in Nordbaden tätige evangelische Gemeindepfarrer Gerhard Engelsberger (9) versammelt „heilsame" Gebete und Gedanken, die sich insbesondere auf Krisenzeiten beziehen. Dem biblischen Ausgangspunkt folgen kurze Gebetsmeditationen vom Autor wie von alten und neuen Kirchenvätern und Kirchenmüttern.

Die Sammlung vielsprachiger Gebete „Laudate Omnes Gentes" (10) ist eine Frucht der ökumenischen Bewegung. Der reichhaltige Band enthält beispielsweise den Aaronitischen Segen, ausgewählte Psalmen, Glaubensbekenntnisse. Es folgen „spirituelle Schätze" aus unterschiedlichen Traditionen, aber auch Gebete der ökumenischen Bewegung und kurze liturgische Gesänge. Der indische Jesuit und Meditationslehrer Sebastian Painadath (11) geht noch einen Schritt weiter, wenn er rund hundert „Gebete der Welt" zusammenstellt, die in einem Zeitraum von 5000 Jahren verfasst worden sind. Sehr unterschiedliche Religionen und kulturelle Traditionen kommen hier mit ihren spirituellen Kostbarkeiten zum Zuge. „Das Gebet ist der Herzschlag des religiösen Lebens." Wer den auch äußerlich sehr gelungenen Band in die Hand nimmt, wer die Gebete mitzusprechen versucht, wird das gemeinsame spirituelle Erbe, den Herzschlag, erspüren, zugleich wohl auch die eigene Tradition bewusster wahrnehmen.

Christian Heidrich



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