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Angenendt, Arnold: Die Revolution des geistigen Opfers
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Blut - Sündenbock - Geist (Verlag Herder, Freiburg 2011, 179 S. , 18,95 €).
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Nach dem Erfolg der neuen europäischen Freiheitsrevolution, dem Ende des Ost-West-Konflikts, schien es, als wäre die Gewalt-Geschichte der Menschheit an ihr Ende gelangt. Aber wie entschieden haben sich seither Zukunftshorizonte verdunkelt! Heute scheint es kaum einen blutigen Konflikt zu geben, dem die religiöse Komponente fehlt. Darum geht die Untersuchung von Arnold Angenendt über das Opfer - für ihn Kernstück jeder Religion - in ihrer Bedeutung über eine Spezialstudie weit hinaus.
Um das Phänomen zu begreifen, bringt der Autor René Girards Erklärungsmodell „Opfer ist der Sündenbock" mit dem von Theologen bisher kaum aufgenommenen Ansatz von Walter Burkert „Opfer bedeutet Leben um Leben" in ein spannendes und spannungsreiches Gespräch: Girards Th ese erscheint dem Kirchen- und Liturgiehistoriker als kaum geeignet, „das für die Religionsgeschichte revolutionäre Phänomen des ‚geistigen Opfers' " zu erklären. Anders steht es für ihn jedoch mit Burkerts Ansatz. Dessen Grundsatz „Leben um Leben" findet Angenendt in vergeistigter Form wieder in der „Liturgie der Eucharistie". Eine hoffnungsvolle Horizonterweiterung für Religionswissenschaftler und Theologen.
Thomas Brose
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