69. JAHRGANG 2017WWW.CHRIST-IN-DER-GEGENWART.DEFREIBURG, 24. September 2017


Wer war Marcel Lefebvre?
Von CIG-Redaktion
Der Franzose Marcel Lefebvre (geboren 1905) hatte als Erzbischof das jüngste, von Johannes XXIII. einberufene ökumenische Konzil mit vorbereitet, sich dann jedoch von dessen Beschlüssen sowie der nachkonziliaren Entwicklung distanziert, ja diese faktisch verworfen. Die Liturgiereform lehnte er ebenso ab wie die Einsichten der modernen Theologie und Exegese. Auch politisch hatte er Sympathien für autoritär-autokratische Regierungsformen. Er wurde zur kirchenpolitischen wie geistigen Symbolfigur der antimodernistischen Haltung in - kleinen - Teilen der katholischen Kirche. Trotz ihrer sektiererischen Minderheitssituation haben diese erstaunlich große Macht und Einfluss. Von Paul VI. wurde Lefebvre 1976 von seinem Priester- und Bischofsamt suspendiert, weil er unerlaubt Priester weihte, die sich um ihn scharten und die er in einem eigenen, päpstlich nicht anerkannten Seminar im schweizerischen Ecône (ab 1970) ausbilden ließ. Trotz des ausdrücklichen Verbots von Johannes Paul II., Bischöfe zu weihen, setzte sich Lefebvre 1988 darüber hinweg und zog sich damit die Tatstrafe der automatischen Exkommunikation zu, die auch für alle weiteren daran Beteiligten gilt. Lefebvre starb 1991. Verschiedene Versöhnungsbemühungen des Vatikan mit der schismatischen Gruppierung folgten, mit erstaunlich großem Entgegenkommen Roms. Doch alle scheiterten am Widerstand der Lefebvre-Bewegung beziehungsweise ihrer Leitung in der ebenfalls vom Papst nicht anerkannten, von Lefebvre 1969 gegründeten Priester­bruderschaft St. Pius X.


CIG 28/2008

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