69. JAHRGANG 2017WWW.CHRIST-IN-DER-GEGENWART.DEFREIBURG, 24. September 2017


Die Piusbrüder provozieren weitere unserer Bischöfe
Von CIG-Redaktion
Die Piusbrüder setzen ihre Provokationen gegen die katholische Kirche unbekümmert fort. Gegen den ausdrücklichen Willen des Fuldaer Bischofs Heinz Josef Algermissen weihten sie eine Kapelle ein, zeitgleich und wenige hundert Meter entfernt zum zentralen Gottesdienst zum Bonifatiusfest in Fulda. Algermissen bezeichnete dies als eine „Frechheit". Damit zeige die Gruppe deutlich, dass sie an einer ­Einheit mit der Kirche überhaupt kein Interesse habe. „Was in den vergangenen ­Wochen von den Verantwortlichen der Piusbruderschaft an verbalen Attacken gegen deutsche Bischöfe losgelassen wurde, lässt Schlimmes befürchten. Die Erwartung … , dass sich die katholische Kirche zu ihnen hin bewegen soll, ist der Gipfel der Arroganz und Ignoranz … Mir ist es sehr wichtig, dass der Heilige Vater sieht, wie die Bruderschaft auf sein großzügiges Entgegenkommen reagiert und was aus seinem barmherzigen Akt geworden ist", sagte Algermissen. Daher habe er den Nuntius ausführlich über den „Bruch des Kirchenrechts" informiert. Bischof Franz-Josef Bode von Osnabrück, der vor 7000 Teilnehmern die Festpredigt zum Bonifa­tius­tag hielt, zeigte sich ebenfalls bestürzt.

Die nächste Machtprobe in der Nadelstichpolitik der Piusbrüder gegen die Bischöfe bahnt sich im Bistum Regensburg an. Der Regens des traditionalistischen Seminars in Zaitzkofen, das auf dem Gebiet des Bistums Regensburg liegt, kündigte an, dass am 27. Juni dort drei Priesterweihen stattfinden werden, gespendet von dem in Sachen Exkommunikation rehabilitierten Bischof Alfonso de Galaretta. Auch dies geschieht gegen den ausdrücklichen Willen des Ortsbischofs Gerhard Ludwig Müller. Der rief die Piusbrüder dazu auf, die Weihen abzusagen. In einem Bistum könne es nur ein Priesterseminar geben, argumentiert Müller, der sich vor kurzem zu einem Gespräch mit den Verantwortlichen getroffen hatte, welches allerdings erfolglos verlief. Müller sagte: „Gegen die Kirche wird es auch für diese Gemeinschaft keine Zukunft geben."

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz Robert Zollitsch bezeichnete die Absichten der Lefebvre-Leute als „Affront gegen die Einheit der Kirche". Er wünsche sich eine klare Antwort des Vatikans, da die Debatte viele Menschen verunsichert habe. Eine solche Stellungnahme stand bei Redaktionsschluss jedoch noch aus. Unterdessen wurde bekannt, dass der Traditionalisten-Bischof Bernard Fellay in Frankreich Anfang Mai einen Schweizer zum Priester geweiht hat.

CIG 24/2009

Wir freuen uns, wenn Sie CHRIST IN DER GEGENWART näher kennen lernen wollen. Die nächsten vier Ausgaben können Sie gleich hier kostenlos anfordern oder bei:
Verlag Herder, Kundenservice, D-79080 Freiburg
Fax 0761/2717-222, Telefon 0761/2717-200, E-Mail kundenservice@herder.de

Impressum