69. JAHRGANG 2017WWW.CHRIST-IN-DER-GEGENWART.DEFREIBURG, 24. September 2017


Reform zwischen Alpha und Omega. Fragen für ein neues Glaubenskonzil
Von Johannes Röser
Die vom Vatikan angekündigten Gespräche mit den Lefebvre-Leuten sollten „in kürzester Zeit erledigt werden". Das wünscht sich der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller. Seine Geduld ist von den traditionalistischen Pius­brüdern, die auf seinem Bistums-Territorium unerlaubt Priester weihen möchten, aufs Äußerste strapaziert, seine bischöfliche Autorität unterlaufen worden. Der Vatikan duldet hier offenkundig den Ungehorsam, wie weitere Traditionalisten-Priesterweihen in den USA zeigen. Denn der Papst möchte nach seinem sogenannten Gnadenerweis für die in Sachen Exkommunikation rehabilitierten Lefebvre-Bischöfe eine Verständigung mit dieser schismatischen Gruppierung nicht gefährden. Müller drückte seinen Missmut in einem KNA-Interview dennoch deutlich aus: „Die Piusbrüder haben sich in die Kirche einzureihen, nicht umgekehrt. Es ist natürlich psychologisch schwierig, einzugestehen, dass man die letzten dreißig Jahre in eine falsche Richtung gegangen ist." Das größte Hindernis sei „ein falscher Traditions­begriff" der Piusbrüder. Sie „frieren die Überlieferung zu einem bestimmten Zeitpunkt ein und verkennen den Zusammenhang zwischen Offenbarung, Tradition und Lehramt".

Beanspruchen die Traditionalisten jetzt sogar die Deutungshoheit über das „Welt­ereignis" Zweites Vatikanisches Konzil - und was daraus für morgen werden könnte oder eben nach deren Lesart auf keinen Fall werden darf? Dabei hat sich seit dem Zweiten Vatikanum, das ein in Text und Klangfarbe klares Reformkonzil mit vielen Paradigmenwechseln und auch realen Brüchen in den Verstehensmodellen von Glaube und Wissen war, die Welt nochmals dramatisch weiter gedreht. Viele Tatsachen von heute waren damals noch gar nicht in Sicht. Zudem hat sich mit dem allgemeinen Fortschritt die Gottes- und Glaubenskrise beschleunigt. Allerdings nicht, weil es jenes Konzil gab, sondern weil es diese Versammlung nach einer langen Phase kirchlicher Stagnation viel zu spät gab, so dass sich viele Schäden allenfalls noch begrenzen oder verzögern ließen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben eben auch in der Religion. Und das erleben wir momentan im Kirchen- wie im Glaubensleben global und vehement.

Ein großes „Vielleicht"

Tatsächlich bedrängt das Christentum ein Reformstau, der im Blick auf die Ausmaße seine Vorläufer erreicht, wenn nicht sogar übertrifft. Das hängt vor allem damit zusammen, dass jetzt die Entmythologisierung und Aufklärung auf die ganze Breite der Bevölkerung durchgeschlagen ist, verbunden mit erheblichen Umwälzungen der Lebensgefühle und Lebensstile im Zuge revolutionärer Entdeckungen der Human- und Naturwissenschaften, einer globalen Ökonomisierung aller Daseinsbereiche, die selbst die intimsten Beziehungen erfasst. Die Welt 2009 samt religiösen Welten ist eine völlig andere als die der sechziger Jahre. Wenn damals ein Konzil notwendig war, dann heute umso mehr. Wer aber hat den Mut, als ersten Schritt wenigstens einen vorkonziliaren Prozess einzuleiten, der einmal in ein solches religiöses Weltereignis münden könnte? Es fällt schwer, sich das vorzustellen. Dabei liegen die heftigst bedrängenden Themen vor aller Augen.

Zum Beispiel die Gottesfrage als Dreh- und Angelpunkt. Längst hat sich im Gefühl vieler Menschen eine Art Populäratheismus ganz ohne kämpferische Absichten festgesetzt, eher mit Wehmut, ja Traurigkeit. Demnach hat Gott, selbst wenn es ihn gäbe und er es wollte, gar keine Möglichkeit, zu wirken und eventuell in den Weltenlauf einzugreifen. Offenbarung - wie denn? Eher erleben die Menschen eine Art Umkehroffenbarung: Wo war Gott, als er nicht da war, zum Beispiel beim Tsunami, zum Beispiel beim 11. September 2001, zum Beispiel bei Killerviren oder sonstigen Krankheitsattacken, für die der angeblich freie Mensch nichts kann? Das religiöse Versagen, die tiefe spirituelle Verlassenheit und Einsamkeit sind die eigentliche Allerwelts-Alltagserfahrung von vielen, die ja gern glauben würden, wenn sie nur könnten. Im besten Fall ist Gott ihnen ein großes „Vielleicht". Deshalb sagen große Teile der Bevölkerung: Manchmal glaube ich, manchmal glaube ich nicht! In diesen wahren Zwischenwelten ereignet sich Religiosität - wenn überhaupt - im Vagen, Ungewissen, Ungefähren. Nicht der Wahrheit will man auf die Spur kommen, vielmehr wahrhaftig sein. Wo Gott nicht treu ist, da will wenigstens ich mir treu bleiben. So die Empfindung. Daher wird es schwer und schwerer, die christliche Glaubensperspektive als befreiende Hoffnung, als Weg, Wahrheit und Leben nahezubringen. Daher bleibt alles „Glauben vorschlagen" schon an den Vorstufen alltäglicher Skepsis hängen.

Die Evolution hat Folgen

Haben die Christen ein - wie es in der PR-Sprache oftmals heißt - eigentlich doch tolles „Produkt" anzubieten, das sie nur schlecht „vermarkten"? Oder liegen womöglich doch die Problemzonen im „Produkt" selbst? Der in Aachen lehrende Theologe Georg Baudler deutet in seinem neuen Buch „Darwin, Einstein - und Jesus" über „Christsein im Universum der Evolution" (Patmos, 2009) die riesige He­rausforderung an, die in der heutigen Welterfahrung für den Glauben liegt, was frühere Generationen so nicht beschäftigte: „In einem als evolvierend zu denkenden Universum ist die Realität nicht eine Summe von Gegenständen, die in immer kleinere Elemente, zuletzt in ‚Elementarteilchen' zerlegt ­werden können, sondern Realität ist als fortlaufender Prozess zu ­verstehen, der sich unterschiedlich differenziert. Im evolvierenden …, aus sich entwickelnden Universum ist sein ein Tätigkeitswort, das die ­verschiedenen, unterschiedlichen Vorgänge dynamisch miteinander verbindet." Das hat Folgen für unsere Gottesvorstellungen. Ist demnach auch „Gott" mehr ein Tätigkeitswort als ein Substantiv? Baudler verweist aufs Wechselspiel von Verstehen und Nichtverstehen: „Nur wenn Gott in paradoxer Weise sowohl als seiend als auch nicht seiend gedacht wird, kann er als der transzendente Schöpfer der Welt in Erscheinung treten." Es müsse „vom Religiösen her" eine Verbindung geben „von dieser Welt zur anderen Welt". Die bisherigen Glaubensvorstellungen reichten jedenfalls nicht mehr aus, um sich angesichts der heutigen Rätselhaftigkeit von Raum und Zeit von der Geheimnishaftigkeit Gottes ergreifen, ja erschüttern zu lassen. Ein Konzil kann solchen Glauben zwischen Kontinuität und Diskontinuität zwar nicht begründen, aber es kann mehr als nur atmosphärisch helfen, eine Schule religiösen Neusehens und Neuahnens zu fördern, auch und gerade unter nachdenklichen Menschen guten Willens.

Die Mitte

Für Christen ist und bleibt das Christusereignis die Mitte gläubiger Existenz. Wie aber lässt sich die Einzigkeit Christi verbinden mit der Vielfalt und Widersprüchlichkeit der anderen religiösen Wahrnehmungen rund um den Erdball? Die pluralistische Religionstheologie hat versucht, die Frage zu beantworten, indem sie diese auflöste in eine Gleich-Gültigkeit verschiedener Heilswege hinein. Das kann uns nicht befriedigen, erst recht nicht, wenn wir die unterschiedlichsten Fundamentalismen, Radikalismen und Traditionalismen betrachten, in fremder Religion wie in der eigenen. Auch die nach wie vor in vielen Glaubensweisen mitschwingenden archaischen magisch-mythologischen Gehalte sind dem, der im Kontext einer evolutiven Welt redlich an Christus glauben möchte, weder Trost noch Hilfe. Letztlich suchen nicht wenige Zeitgenossen nach einem glaubwürdigen Glauben, nach einer modernen, zeitgemäßen Mystik mit Problembewusstsein, die trägt, weil sie nicht verdrängt. So sind und bleiben wir stets auf der Suche nach einer Christus-Mystik, die unter anderem universal-kosmische Dimensionen aufnimmt, ohne spekulativ ins Esoterische abzudriften; nach einer Mystik also, die der Geschichte und der Erde treu bleibt. Die Christusfrage verlangt dringend nach einem konziliaren Akt.

Der Fundamentaltheologe und Reli­gionswissenschaftler Hans Waldenfels sieht in diesem Kontext durchaus Chancen. Eine moderne christliche Mystik muss ihre Herkunft nicht verraten und kann sich trotzdem der heute eher vagen, vorsichtigen Unschärfe-Welterfahrung aussetzen. In seinem Buch „Löscht den Geist nicht aus" (Schöningh, 2008) gibt er dafür eine Orientierung: „Die Mitte, um die es geht, bleibt für den Menschen unverfügbar. Er kann sich von allem lösen, was ihn auf dem Weg zur Mitte behindert, und sich öffnen für die uneinholbare Weite. Die Mitte selbst bleibt aber das für den Menschen Unbegreifliche. Die unverfügbare Mitte lässt sich vom Menschen her nur negativ ansagen; sie ruft ihn am Ende ins völlige Schweigen, doch muss der Mensch gerade im Schweigen offen bleiben für die freien und unbeschränkten Möglichkeiten des Unverfügbaren. Aus christlicher Sicht folgt daraus konkret: Gerade weil der Mensch nicht über Gott verfügen kann, bleibt Gottes liebende Selbstmitteilung im Wort und am Ende in der Fleischwerdung des Wortes in Jesus von Nazareth das Bleibend-Staunenerregende. Ihm kann der Mensch nur in der Anbetung und im Lobpreis Gottes sowie im Dienst an den Menschen entsprechen." Das mag sich abstrakt anhören, aber es führt kein Weg daran vorbei, dass es letztlich nur sprachlich-experimentelle Annäherungen an das Christus-Mysterium geben kann. Das größte Sprechfeld solcher Art aber bleibt das Gebet - mit der Feier der Eucharistie. Da sind wir den frühen Christen und damit unseren religiösen Ursprüngen spirituell so nah wie nirgendwo sonst.

Logik der Auferstehung

Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind - und aller Zweifel Anfang. Denn das Wunder, das wir landläufig so bezeichnen, weil wir damit das Durchbrechen von Naturgesetzen durch „Übernatürliches" meinen, liegt außerhalb jedweder Realität. Der alte Trick, positive „Wunder" Gott zuzuschreiben und für negative „Wunder" - Katastrophen - den Satan verantwortlich zu machen, hilft weder Gott noch uns. Der entscheidende Stachel des Glaubens ist die Sterblichkeit, die unabänderliche Endlichkeit. Dadurch erst steigert sich unsere Faszination: dass überhaupt etwas ist und nicht vielmehr nichts, wo doch das Nichts viel plausibler wäre als alles, was sich regt. Das Wunder des Sichtbaren ist somit für uns weitaus wunderbarer als das Wunder des Unsichtbaren. Wenn es aber das Wunder des - wirklichen - Lebens vor aller Augen gibt, warum sollte es in derselben schwachen Logik das Wunder des - erhofften - ewigen Lebens nicht geben dürfen? Hier liegen die großen Fragen, die uns angesichts unseres Sterbenmüssens umtreiben. Und hier bricht sich die Hoffnung dann oftmals Bahn als Hoffnung auf - wie Waldenfels sagt - „Heilung". Diese sei möglich, wo die Gläubigen die biblische Gottesbotschaft aufnehmen „und sich im Glauben zu der dem Menschen von Gott anvertrauten befristeten Zeit zwischen Geburt und Tod, Schöpfung und Gericht ebenso bekennen wie zu dem uns gegebenen Ziel eines in Gott sich vollendenden Lebens".

Mysterium ist nicht Magie

Das Mysterium solcher Heiligung und Heilung der Seelen wie des ganzen Universums, der belebten wie der unbelebten Dinge, ist kultisch, rituell, liturgisch zu feiern. Aber wie? Nur allzu oft spüren wir in unseren Gottesdiensten, dass die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils auf halbem Wege steckengeblieben ist - und dass uns überhaupt nicht gedient ist mit sogenannten außerordentlichen Formen wie der tridentinischen Liturgie, die mit Anleihen an magisch-mythologischen Vorstellungen sowie einem archaischen Priester-Reinheitsideal in Paradigmen zurückfällt, die nicht mehr die unseren sein können. Das sakrale Mysterium der Vergegenwärtigung Christi im sakramentalen eucharistischen Geschehen braucht Reformen gemäß dem, was die Dramaturgie säkularer Inszenierungskraft in der heutigen Medienkultur an wahrer Erschütterung bereithält. Während sich die christliche Liturgie über Jahrtausende hinweg der besten Gegenwartskunst bediente, um die eigene Sprache zu bereichern, hat sie sich leider inzwischen allzu sehr von den Entwicklungen wahrer Kunst abgekoppelt und Zuflucht zu den schwachen Derivaten eines gefälligen und daher harmlosen Illustrationskunstgewerbes genommen. Wahre Kunst aber ist anstößig, aufwühlend, erschütternd - und daher ehrlich, echt für das, was das Geheimnis von Leben, Leiden, Tod und Auferweckung Jesu Christi in uns bewegen kann und soll. Auch da gilt für eine konziliare Neubesinnung: Mehr Liturgie wagen!

Gottesdiener

Angesichts des gravierenden Gläubigenmangels besonders bei den Gottesdiensten ist der Priestermangel kein Nebenproblem. Denn ohne personale Nähe gibt es auch in den auf Anonymität angelegten Gesellschaftsordnungen, in denen die Einzelnen umso intensiver personale Netzwerke knüpfen, keinen Glauben. Wir brauchen daher anderes als den sakramentalen „Verwaltungspriester": religiös durchdrungene „Kommunikationspriester", Männer Gottes, die fähig sind, das zu wecken und zu stimulieren, was viele Menschen insgeheim religiös in sich tragen, aber nicht zu befragen wagen. Weil wir da beste geistliche Qualität benötigen, brauchen wir auch eine entsprechende Quantität priesterlicher Qualität. Der Manager-Pfarrer, der wehleidig mit dick ausgefülltem Terminkalender seinen Aktivismus dokumentiert, interessiert die Leute nicht. Genauso wenig interessiert junge Leute heute ein Magier-Priester, der einem Priesterbild nacheifert, wie es in Gestalt des Pfarrers von Ars (mit dessen seltsamen psychopathologischen Zügen) im soeben ausgerufenen „Priesterjahr" wieder einmal als Vorbild hingestellt wurde. Nein, die Menschen der Gegenwart erwarten und lieben geisterfüllte, gebildete Seelsorger, die welterfahren und gottdurchdrungen sind, an denen man spürt, dass sie wirklich Gottesdiener sind, in ihren Schwächen wie in ihren Stärken, die als Berufene auch von den göttlichen Berufungen der Weltdiener eine Ahnung haben, von den großen Sehnsüchten und von den sündigen Fallstricken jedweder Existenz. Dann kann in der Feier des Sakramentalen, der Heilsgeheimnisse tatsächlich etwas von jenem Jenseitigen aufstrahlen, das das Diesseitige erleuchtet, von jenem Geistigen, auf das hin die Materie transparent wird, ganz besonders in den eucharistischen Gaben von Brot und Wein.

Der Pastoraltheologe Paul Michael Zulehner bedauert das eklatante lehramtliche Versagen gerade auf diesem Feld. In dem Buch „Ein neues Pfingsten" (Schwabenverlag, 2008) schreibt er: „Diese Untätigkeit in Sachen Priestermangel überrascht insofern, als zugleich betont wird, dass die Eucharistiefeier die Mitte kirchlichen Lebens sei und es für deren Feier einen geweihten Priester brauche."

Ein weiteres großes Problem ist, dass die Kirche mit ihren traditionellen Lebensvorstellungen in großen Teilen der mittleren bis jüngeren Generationen als antiquiert gilt, besonders, aber nicht nur, in den besser gebildeten Schichten. Fast überall geht die Abwendung Jugendlicher von der Kirche einher mit der Entdeckung des Sexuellen. Und praktisch in allen gesellschaftlichen Schichten stößt man heute auf Unverständnis, dass die katholische Kirche und die orthodoxen Kirchen es immer noch nicht geschafft haben, ihren mehr oder weniger offenen Patriarchalismus zu überwinden und das moderne Rollenverständnis von Frauen zu akzeptieren. Neben der Sexualität ist die Frauenemanzipation die Einfallschneise für religiöse Distanzierung, gerade in jungen Jahren. Ob und wie ein Konzil auf den Wandel der Lebenswelten und Moralvorstellungen reagieren kann, bleibt offen. Bloße Appelle jedenfalls lösen das Grundproblem nicht. Das gilt genauso angesichts der Dynamik der Biowissenschaften samt den medizinischen Heilungshoffnungen. Jenseits trotziger Beschwörung oder resignierender Kapitulation könnte ein Konzil sehr wohl über eine Erneuerung christlicher Moral beraten, ohne sich den alten naturrechtlichen Fallen auszuliefern.

Entwicklungsbereit?

Zwischen Tradition und Reform ist auch kirchliche Identität kein starres Gebilde, sondern seit den Tagen Jesu im Prozess dem geschichtlichen Wandel ausgesetzt. Die pfingstliche Dynamik von gestern begleitet uns durch die Zeiten auch ins Morgen. Zulehner vermutet: „Ist nicht manchmal mehr Gottesgeist in der modernen Welt und mehr (veralteter) Zeitgeist in der Kirche? Die Kirche, von der manche Nos­talgiker träumen, ist nicht die lebendige und entwicklungsbereite Kirche des Geistes, sondern weit mehr die Kirchengestalt vor der Französischen Revolution …" Der christliche Glaube sei erlösungsorientiert und daher von seinem Wesen her der Zukunft zugewandt: dass Gott am Ende selbst alles in allem ist. „Die innerste Mitte des stets österlichen Glaubens der Christen besteht darin, dass Gott mit diesem Finale der Geschichte schon angefangen hat. In einem von uns: Jesus aus Nazareth. In seinem Tod und seiner Auferstehung ragt der ewige Himmel in die vergängliche Zeit herein … Dieses Heil steht in unlösbarer Verbindung mit dem auferweckten Christus, der die Vollgestalt des Menschen ist. Jeder Mensch reift … auf diese vollendete Gestalt des Menschen zu. Dies ist die innere Dynamik seiner Lebensgeschichte: zu werden, was er im Grunde immer schon ist - ein aus der Kraft der Gotteinung Liebender, eine Liebende."

Papst Benedikt XVI. hat seine Amtszeit mit der Enzyklika „Gott ist die Liebe" begonnen. Diesem hat eine immer zu reformierende Kirche zu dienen. Konzilien sind keine Alleskönner. Aber sie können in Not- und Krisenzeiten zumindest helfen, Blockaden und Beratungsresistenzen abzubauen. Es geht auch heute nicht um gefällige Anpassung. Es geht um Substanz, um das Christusereignis, um den Christus im Geschichtsprozess. Christus ist das Alpha und das Omega in einer dynamisch evolutiven Welt - also nie nur das Alpha. Bis zum Omega liegen viele Buchstaben dazwischen. Das zu buchstabieren, dafür sind Konzilien da, stets neu.

CIG 26/2009

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